Lahr Fiktiver Mord mit echten Weinen

Autor und Fachjournalist: Horst Kröber Foto: Baublies Foto: Lahrer Zeitung

Der Kippenheimer Autor Horst Kröber hat am Freitagabend seinen Kriminalroman "Mord im Prinzengarten" im Stiftsschaffneikeller auf Einladung des Kulturkreises vorgestellt. Dazu gab es Weine aus der Region.

Lahr. Eigentlich ist der Autor Weinbautechniker und schreibt seit Langem als Fachjournalist über Weine. "Mord im Prinzengarten" ist der zweite Roman nach "Der Wolf im Walnussbaum". Nachdem Kröber etliche Bücher rezensiert hatte, fragte der Verlag nach einem eigenen Buch. Das erste hatte dann solchen Erfolg, dass ein zweites Buch folgte. Kröber verband die Lesung mit einer Weinprobe. Tropfen des Weinguts Isele in Münchweier ergänzten die Geschichte der Sommelière Nina Zinzendorf sowie der Kommissare Schatzhauser und Oesterle.

Der Autor wandte sich zunächst der "bösen Seite" zu. Die Beamten wollen ein Haus durchsuchen, das beim Betreten in die Luft fliegt. Schatzhauser und Oesterle sind einer Bande von Weinfälschern auf die Spur gekommen, daher bitten beide die Sommelière um Mithilfe. Die erklärt anhand eines Beispiels, wie Weinpanscherei im großen Stil aussehen könnte. Die Szene wechselt nach Sizilien, wo ein ahnungsloser EU-Kommissar einfach über den Tisch gezogen wird. Kröber schreibt knapp und präzise. Das ist bei der geschilderten Explosion so wie bei der Visite am sizilianischen Weinberg.

Da die Lesung als Krimi- und Genusslesung angekündigt wurde, unterbrach Kröber die Geschichte, indem er drei Weine aus Münchweier kredenzte. Verkostet wurden ein trockener Grauburgunder Jahrgang 2015, ein Spätburgunder Jahrgang 2013 mit dem Siegel "Alte Reben" und ein Gewürztraminer Jahrgang 2014. Bei der Alten Rebe handele es sich um Weinstöcke, die mindestens 30 Jahre alt sein müssen. "Die Wurzeln reichen zehn Meter in den Boden." Mit der Folge, dass diese Reben eine entsprechend tiefe Seele haben würden. "Der Spätburgunder ist eine Überraschung", erklärte Kröber. Fazit: ein kraftvoller und selbstbewusster Wein mit einem Trüffel-Aroma.

Im Roman ("Wir bleiben noch ein bisschen bei der bösen Seite") haben die Panscher kalte Füße bekommen. Es sei ein unnötiges Risiko gewesen, Verschnitt als Wein aus der Region zu etikettieren. Das Risiko wäre, sagt der hier noch anonyme Chef der Bande auf einer Versammlung, bei Weinen aus Italien eben geringer. Die gute Seite im Buch verband Kröber mit einem Fest für Gourmets. Kunzendorf kredenzt in einem Lokal in Offenburg Musik und Weine samt Köstlichkeiten. Hier war Kröbers Stil ausschweifend und sehr blumig. Kröber ließ die Frage einer Zuhörerin, wo den das Lokal in Offenburg zu finden sei, unbeantwortet. "Die Geschichte ist fiktiv, alle Personen und die Handlung sind frei erfunden." Dafür bietet der Autor die Rezepte, die im Buch vorkommen als Anhang zum Ausprobieren an.

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