Himmelsphänomen in der Ortenau Feuerball sorgt für Aufsehen

Nutzer diskutieren im Netz über die Ursache / Experte geht von einem Meteor aus

Ortenau - Ein leuchtender Feuerball ist am Donnerstagabend am Himmel über Süddeutschland aufgetaucht. Auch über der Ortenau war er zu sehen. In den sozialen Netzwerken spekulierten die Nutzer über die Ursache des seltenen Naturphänomens.

"Hat jemand die kometenhafte Erscheinung gerade am Himmel wahrgenommen?" Diese Frage tauchte am Donnerstagabend in den sozialen Netzwerken auf. Über Süddeutschland war, so beschrieben es die Nutzer, ein Feuerball am Himmel zu sehen. Auch in der Ortenau meldeten einige Nutzer, das helle Objekt am Nachthimmel wahrgenommen zu haben. Noch am Freitag diskutierten die Nutzer im Netz darüber, was die Ursache für das ungewöhnliche Naturphänomen gewesen sein könnte.

"Ja, ich hab es auch In Lahr in der Kirschbaumallee gesehen. War echt groß und ewig am Nachthimmel zu sehen, bis es dann verglühte. Dachte schon es geht am Schutterlindenberg runter", schrieb eine Nutzerin. "Der war sehr hell und glänzend und der Feuerschweif war beängstigend", fasste es eine andere zusammen. Auch aus Seelbach, Ettenheim, Mahlberg und Zell am Harmersbach meldeten sich Facebook-Nutzer zu Wort – und spekulierten fleißig.

Nutzer vermuteten zunächst einen Hubschrauber

"Ich dachte erst, es sei eine Silvesterrakete", berichtete eine Nutzerin, die an der Spitze des Objekts ein grünes Glühen wahrgenommen hat. Andere hielten das Objekt für einen Hubschrauber. "Die Zeit der Meteoritenschauer beginnt gerade", hieß es von einem weiteren Nutzer. Dieser lag mit seiner Vermutung wohl am nächsten dran.

Rico Dach, stellvertretender Leiter des Astronomischen Vereins Ortenau, bestätigte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass es sich wohl um einen Steinbrocken, einen Meteor, gehandelt habe. Dach hat das Objekt am Donnerstagabend nicht bemerkt, tags darauf aber davon mitbekommen. Anhand von Videoaufnahmen, die der SWR veröffentlichte, konnte er sich seine Meinung bilden. "Vermutlich war es ein Stück Stein mit etwa 10 Zentimeter Durchmesser", so Dach, der das Himmelsphänomen als "besonderes Ereignis" betitelt.

Gewöhnliche Sternschnuppen, die man in beinahe jeder Nacht sehen könne, hätten nur einen Durchmesser von wenigen Millimetern.

Im Netz war zunächst spekuliert worden, dass es sich bei dem Feuerball um verglühenden Weltraumschrott gehandelt haben könnte. Das schließt Dach aus, da sich die Erscheinung von Osten nach Westen bewegte. Menschengemachte Objekte im Weltall wie Satelliten bewegen sich normalerweise auf einer Umlaufbahn in die umgekehrte Richtung. Auch von diesen Satelliten abfallende Teile behalten diese Richtung bei.

"Gerne hätte ich es gesehen", erzählt Dach. Vielen anderen, die sich in den sozialen Netzwerken darüber austauschten, geht es genauso.

Gesteinsbrocken, die aus dem Weltall in die Erdatmosphäre eindringen und dort verglühen werden Meteore genannt, erklärt Rico Dach. Diese sind für die nächtlichen Sternschnuppen verantwortlich. Schlägt ein Meteor auf die Erde ein, wird er Meteorit genannt. Asteroiden wiederum heißen jene Gesteinsbrocken, die sich im Weltall außerhalb der Erdatmosphäre aufhalten.

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