Lahr FDP-Landeschef sieht Regina Sittlers Wahl-Chancen bei "50:50"

Faust drauf: FDP-Landeschef Michael Theurer unterstützt die liberale Landtagskandidatin Regina Sittler. Beide waren zum Redaktionsgespräch bei der Lahrer Zeitung. Foto: Braun

Lahr/Kinzigtal - Wie viele Prozent die Liberalen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg einfahren werden? Der Landesvorsitzende der Partei will sich erst nicht so richtig festlegen. "Die Umfragen sehen uns bei neun, zehn Prozent", sagt Michael Theurer im Redaktionsgespräch mit unserer Zeitung.

Durchaus realistische Chancen

Doch Umfragen seien keine Wahlergebnisse, schränkt er gleich ein. Doch bei "acht plus x" sieht er seine Partei am Ende schon, erklärt er nach nochmaliger Nachfrage schließlich. Er sei zuversichtlich, dass seine Partei sehr ordentlich abschneiden werde.

Regina Sittler, der FDP-Kandidatin für den Wahlkreis Lahr/Kinzigtal räumt Theurer durchaus realistische Chancen ein, bei einem guten Ergebnis von ihr in der südlichen Ortenau in den Landtag einzuziehen. Die Chancen dafür sehe er bei "50:50".

Die 30-Jährige stehe mit ihrem Einsatz und ihrem Wahlkampf für viele wichtige Punkte der FDP. Digitalisierung, zum Beispiel. "Digitale Bildung muss mehr sein, als nur klassischen Unterricht abzufilmen und ins Netz zu stellen", sagt der Landesvorsitzende. Da würden die Potenziale noch längst nicht genutzt, kritisiert er die Regierungsparteien. Kinder aus sozial schwächeren Familien würden abgehängt, "die gucken schlicht in die Röhre".

Die FDP im Land spreche sich klar für rasche Lockerungen etwa im Handel aus. Dieser Bereich sei aus infektiologischer Sicht keine extreme Gefahrenzone. Es sei ungerecht, dass der Fachhandel dicht bleibe, in den Supermärkten die Non-Food-Waren aber bergeweise angeboten werden dürften. Viele Läden, die jetzt geschlossen halten müssten, kämen "wohl nie mehr zurück", zeichne sich ab. Die Hilfen des Bundes seien unterdessen "ein einziges Chaos". Weite Teile des Mittelstandes im Land würden "hinweggefegt".

Regelungen sollte man laut FDP regional differenzieren

Theurer hat an einem von der FDP vorgelegten, eigenen Öffnungskonzept maßgeblich mitgearbeitet. Dieser Sieben-Stufen-Plan für Öffnungen und Verschärfungen solle mit eindeutigen "Wenn-Dann-Regeln" funktionieren, aufgehängt am aktuellen Inzidenzwert, doch auch an anderen Faktoren.

Testkapazitäten, der R-Wert sowie die Belegung der Intensivbetten sollten mitausschlaggebend sein. Diese Regelungen sollte man laut FDP regional differenzieren. Dort, wo es bessere Werte habe, müsse mehr Öffnung möglich sein.

Tests sollten gemacht werden "wo immer möglich". Klar sei für ihn, dass Corona unser Leben noch auf Jahre hinaus bewegen werde. "Und da braucht es eine Balance zwischen Gesundheitsschutz und dem Schutz der Freiheitsrechte", mahnt der Liberale an. Entschieden spricht er sich außerdem gegen die Schließung von Grenzen aus, etwa ins Elsass.

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