Lahr Fasent: Der OB und seine Pfleger

Lahr - Bei bestem Wetter haben am Donnerstagabend die Lahrer Narren die Macht in der Stadt übernommen. Besonders das Amtsende des Oberbürgermeisters stand beim Narrensturm im Mittelpunkt.

Bei angenehmen Temperaturen fanden sich gegen 18 Uhr gut 100 Hästräger und viele Schaulustige am Storchenturm ein, wo traditionell der "Zottli" aus dem "Grusiloch" befreit wurde. Und wie auch im Jahr zuvor war es nicht nur ein "Zottli", sondern gleich mehrere, die gut gelaunt aus ihrem Verlies sprangen. Begrüßt wurden sie von lautem Jubel der Lahrer Narren, die sich dann voller Vorfreude auf die kommenden Tage in Richtung Rathaus bewegten.

Hier war schon alles für den eigentlichen Höhepunkt des Tages angerichtet: Die Entmachtung der Stadtspitze. Vorher wurde jedoch noch der Narrenbaum auf dem Rathausplatz aufgestellt.

Letztmalig übergab dann OB Wolfgang G. Müller den Schlüssel zum Rathaus an die Narren. Unter dem Motto "Rente gut, alles gut?" hielt der "Pensionär im Wartestand" – stilecht als Pensionär verkleidet – eine launige Rede in Reimform, die sich vor allem um sein Amtsende und die Zeit danach drehte. Langweilig wird ihm jedoch wohl kaum: Erfolgreich den VfB trainieren und seine SPD zu retten, sind nur zwei der selbst gewählten Mammutaufgaben, vor denen Müller bald steht. Geht’s nach seiner Frau, wird der OB jedoch eher zum Heimwerker im Stile von Loriot, musste er eingestehen.

"So kriegt er nie einen besseren Job"

Auf der Bühne unterstützt wurde der Bald-Pensionär von seiner "Altenpflegerin" Tilman "Tilli" Petters. Der Bürgermeister frotzelte ein wenig über den OB, vergaß jedoch nicht, auch die "Heldengeschichten" Müllers zu erwähnen. Der Dritte im Bunde und der "zweite Pfleger des OB", der bekennende Fastnachts-Muffel Guido Schöneboom, wohnte dem närrischen Spektakel auch in diesem Jahr nicht bei. "Ich musst’s ihm gestatten, ein letztes Mal", kommentierte OB Müller. Und weiter: "Aber eins will ihm partout nicht in den Kopp – so kriegt er nie einen besseren Job."

Auch der Oberzunftmeister der Lahrer Narrenzunft, Johannes Ruf, hoffte, dass die "Republikflucht" von Schöneboom zur Fasent bald ein Ende haben wird. Darauf gab’s dann auch gleich noch ein "hoffnungsvolles Narri-Narro" der Lahrer Narren. Und natürlich endeten beide Reden mit dem traditionellen Lahrer Narrenruf "Seira, seira, seirassa – Knackwurscht isch kei Servela". Für den OB gab’s dann zum Abschluss noch ein Geschenk der Laubenhexen, die auf einem Bild aus der Ortenau-Brücke kurzerhand die "Dr.-Müller-Brücke" gemacht hatten.

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