Lahr Fahren ganz ohne Fahrer

So soll der autonome E-Bus aussehen, der zwischen Bahnhof und LGS-Gelände pendeln wird. Den Kleinbus mietet die SWEG vom Schweizer Unternehmen "Postauto". Foto: Postauto

Wie von Geisterhand sollen im kommenden Jahr die Besucher vom Lahrer Bahnhof zum Osteingang des LGS-Geländes gelangen. Die SWEG setzt dafür erstmals einen autonomen, elektrisch betriebenen Kleinbus ein, der ganz ohne Fahrer fährt.

 

Lahr. Die SWEG als Partner der Gartenschau bringt sich im kommenden Jahr mit drei Leistungen ein, hat Johannes Müller, Vorstandsvorsitzender der Südwestdeutschen Verkehrs-Aktiengesellschaft (SWEG), bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit OB Wolfgang G. Müller und den Geschäftsführern der Gartenschau-GmbH, Ulrike Karl und Tobias de Haën, berichtet. So richtet der Verkehrsdienstleister einen Buspendelverkehr zwischen der Innenstadt und dem Gelände ein und stellt einen historischer Dampfzug mitten im Bürgerpark auf.

Als dritte Leistung setzt die SWEG bei der LGS erstmals auch einen autonomen Elektrobus ein, der zwischen Bahnhof und dem Osteingang des Geländes pendeln soll – ganz ohne Fahrer. Bis zu neun Fahrgäste sollen darin Platz finden, berichtet Müller. Zur Sicherheit ist aber eine Person dabei, die im Notfall eingreifen kann.

Der Bus fährt etwa 15 Kilometer pro Stunde, wobei sein Akku nach spätestens acht Stunden wieder aufgeladen werden muss, teilt die SWEG auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Derzeit "flitzt" der E-Bus noch durch die Schweiz: Das Unternehmen Postauto aus Bern vermietet das Fahrzeug. Für die LGS werde es noch ein SWEG-Design erhalten.

Ein historischer Dampfzug mitten auf dem LGS-Gelände soll hingegen an die gute alte Zeit erinnern, als von Elektro-Mobilität noch keine Rede war. Die Lokomotive gehört zum Bestand der "Straßburger Straßenbahngesellschaft", einem der Rechtsvorgänger der SWEG. An das Fahrerhaus schließen sich drei Waggons an, die aus den 1920er-Jahren stammen. "Der Dampfzug ist bereits fertig gebaut und steht verhüllt in einer Werkstatt", sagte Johannes Müller bei der Vertragsunterzeichnung im Gartenschauhaus.

Im Gegensatz zum autonomen E-Bus wird der Dampfzug jedoch nicht fahren, sondern während der gesamten LGS im Bürgerpark auf einem historischen Gleis stehen. "Den Zug fahrtüchtig zu machen, würde mehrere Tausend Euro kosten", erklärte Müller. In zwei Waggons präsentieren sich die SWEG und deren Kooperationspartner. Der Jugendgemeinderat richtet im dritten Waggon ein Jugendcafé ein und möchte an allen 186 Tagen vor Ort sein. Oberbürgermeister Müller freute sich über das Engagement: "Der Jugendgemeinderat übernimmt Verantwortung, und das ist schön."

INFO

Autonomes Fahren

Das autonome Fahren, auch pilotiertes Fahren, automatisches Fahren oder automatisiertes Fahren genannt, beschreibt die selbstständige Fortbewegung von Fahrzeugen, heißt es auf der Internetseite www.elektronik-zeit.de. Das ist möglich, wenn ein Fahrzeug mit entsprechender Sensorik und künstlicher Intelligenz ausgestattet ist. Zusätzlich muss ein hochgenaues und -aktuelles Kartenmaterial verfügbar sein.

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