Lahr Erinnerungen an Karl Otto Bäder

Unter der Leitung von Hanjo Gißler gibt "W" ein Konzert zum 85. Geburtstag von Carlo Bäder. Foto: Big Band Foto: Lahrer Zeitung

Karl Otto Bäder wäre am 7. November 85 Jahre alt geworden. Anlässlich seines Geburtstags findet im Stiftsschaffneikeller ein Konzert der Lahrer Big Band "W" am Samstag, 16. November, ab 20 Uhr im Stiftsschaffneikeller statt.

Lahr (red/sm). Der 2007 verstorbene Karl Otto Bäder, der sich als Bandleader und Jazzkomponist Carlo nannte, ist der Gründer der Big Band "W". Zum Geburtstagskonzert für Bäder kehrt die Formation in den Stiftsschaffneikeller zurück, wo sie im ­November 1988 ihre Premiere feierte. Ein Höhepunkt des Konzerts ist die Aufführung der Komposition "Moons of Jupiter", die die "Carlo Bäder Big Band" 50 Jahre zuvor auf Langspielplatte aufgenommen hat. "Ich liebe es, Vorstellungen meiner Fantasie in Musik umzusetzen. Dabei geht es mir nicht darum, Dinge oder Ereignisse einfach musikalisch nachzuzeichnen. Alles, was in Wirklichkeit oder Vorstellung existiert, hat zwei Komponenten: eine reale und eine irreale", hat Bäder dazu geschrieben.

Bäders Eigenkompositionen haben, neben seiner Tätigkeit als vielseitiger Bandleader, Komponist und Arrangeur, dazu beigetragen, seinen Namen in der Jazzszene zu etablieren, würdigt die Big Band ihren Gründer. Dies hatte er nicht zuletzt auch seinem Mut und seiner Phantasie zur experimentellen Musik zu verdanken. Carlo Bäder schrieb seine Kompositionen mit einem ganz speziellen, eigenen Sound. In allen Stilarten war stets seine Vorliebe für differenzierte Klangcollagen unüberhörbar. Eine große Rolle spielten dabei häufig auch die musikalischen Eindrücke fremder Kulturen. Durch eine eigene Harmonik bekamen seine Kompositionen einen besonderen Reiz.

Zudem haben zahlreiche seiner Lehrprojekte und Jazzprojekte, zum Beispiel der erste deutsche Jazzgottesdienst 1960, den Weg für viele Jazzmusiker geebnet. Seine "Carlo Bäder Big Band", die Vorgängerformation von W, diente als Talentschmiede aus der Musiker wie Herbert Joos, Achim Rothe, Paul Schwarz, Bernd Konrad, Stephan Zimmermann und andere hervorgingen.

Einflüsse aus Pop, Rock und Funk

Neben Carlo Bäders Komposition "Moons of Jupiter" wird die Big Band bei ihrem Konzert auch eine "farbenfrohe Palette" an Musik aus den Genres Rock, Pop und Funk, wie zum Beispiel Chuck Mangione, Stevie Wonder, Bob James oder Jamie Cullum spielen, heißt es in der Ankündigung.

Die Big Band, die auf Einladung des Kulturkreises im Stiftsschaffneikeller auftritt, wird von Hanjo Gißler geleitet. Die Formation besteht heute aus 15 Bläsern in drei Sätzen, einer Rhythmusgruppe und der Sängerin Isabel Haist. Das Repertoire der Musiker umfasst sowohl Standardliteratur als auch experimentelle Werke, die den Stil der Band besonders auszeichnen. Die aktuelle CD der Big Band "W" heißt "eWolution".

Die Big Band W ist aus einem Workshop im April 1988 hervorgegangen, zu dem Carlo Bäder Musiker eingeladen hatte, die alle ihr Instrument beherrschten, aber Anfänger in Sachen Jazz waren. So entstand eine Big Band, die sich mit wenig Wechseln in der Besetzung kontinuierlich weiterentwickelte. In Erinnerung an ihre Workshop-Anfänge nannte sich die Formation schlicht "W".

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