Lahr Einstimmung auf die Gartenschau

Lahr - Noch fünfmal schlafen bis zum Start der Landesgartenschau am 12. April. Bereits am ersten Tag wird’s auf dem 38 Hektar großen Gelände rundgehen, war bei der Eröffnungspressekonferenz zu erfahren.

An der Brücke, nach Verzögerungen beim Bau das heißeste Thema der vergangenen Wochen, kam Wolfgang G. Müller nicht vorbei. "Ich bin schon heimlich drübergelaufen, es ist nichts passiert", sagte der OB schmunzelnd. Später durften dann auch Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch und die anderen Gäste das Bauwerk betreten, aber nicht überqueren. Wurden dort doch Maler-, Schweißer- und andere Arbeiten erledigt, außerdem stehen Anfang der nächsten Woche noch Abnahmen bis zur Freigabe der Brücke für den Publikumsverkehr der Landesgartenschau aus.

Böse Überraschungen wird es beim Wahrzeichen der LGS aber nicht mehr geben, das scheint festzustehen. Und auch sonst war am Freitag alles Sonnenschein. "Im April vor neun Jahren haben wir bei der Bewerbung eine Vision eingereicht – nun wird diese Vision endlich Realität", stellte Müller fest. Der Rathauschef betonte noch einmal, das es "keine Blümleschau für ein paar Wochen" werde. Vielmehr stehe die Landesgartenschau für eine "strategische Stadt- und Entwicklungspolitik". Da aus Anlass der LGS gebaute Einrichtungen wie Sporthalle, Mehrzweckhalle und der See eben von Dauer sein werden.

Die Landesgartenschau sei für die Lahrer Infrastruktur "ein Riesensprung", meinte auch Gurr-Hirsch. "Die drei neu geschaffenen Parkteile werden künftig wichtige Naherholungsräume für die Bevölkerung und Gäste der Stadt sein", ist die die Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz überzeugt.

An der Eröffnungsfeier wirken 80 Mitglieder aus Lahrer Vereinen mit

Gerhard Hugenschmidt, Präsident des Gartenbauverbands Baden-Württemberg-Hessen und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der LGS, hielt mit seiner Begeisterung nicht hinterm Berg: "Die Landesgartenschau in Lahr ist ein Traum. Schon wenn man bloß am Gelände vorbeifährt, ist es toll zu sehen, was dort entstanden ist."

Jutta Gnädig vom Landratsamt sagte, dass die LGS "ein tolles Erlebnis" werde mit einer "Strahlkraft für den gesamten Ortenaukreis". Danach stellte die Dezernentin den "Treffpunkt Ortenau" im Seepark vor, dessen Mittelpunkt der aus heimischem Weißtannenholz gezimmerte Landkreis-Pavillon wird. Mehr als 300 Veranstaltungen seien dort geplant. Rund um den Pavillon könnten sich Hobbygärtner etwa von Kleingärten der Aktion "Offene Gartentür" inspirieren lassen. Gäste, die es ruhiger angehen lassen wollten, könnten es sich am Strand auf einem der rund 70 individuell gestalteten Liegestühle der Ortenauer Städte, Gemeinden und Institutionen bequem machen.

LGS-Geschäftsführer Tobias de Haën hob die Qualität der Bauwerke auf dem Gelände hervor, für die nach Architektenwettbewerben nur die besten Entwürfe ausgesucht worden seien. Geschäftsführerin Ulrike Karl betonte die Fülle der Veranstaltungen – das Programm sei umfangreich und anspruchsvoll.

Nach dem Pressegespräch in der Kita im Mauerweg ging es hinaus auf das LGS-Gelände, auf dem an allen Ecken und Enden gewerkelt wurde. Vieles ist aber auch schon (fast) fertig, etwa die Bühne im Seepark, wo am Donnerstag von 11 bis 12.30 die große Eröffnungsfeier steigen wird.

Am ersten Tag öffnen sich die Pforten erst um 10 Uhr, und auch dann zunächst nur am Haupteingang in der Vogesenstraße. Die anderen Eingänge werden um 12.30 Uhr aufgemacht, und ab der Mittagszeit verkehrt dann auch alle Viertelstunde ein Shuttlebus zwischen dem Rathausplatz im Stadtzentrum und dem LGS-Gelände.

Für die Bühnenchoreografie der Eröffnungsfeier haben rund 80 Akteure aus verschiedenen Lahrer Vereinen und Institutionen monatelang geprobt. Nach der Feier wird die Brücke mit einem Blumenband freigegeben, damit es dann in allen Parkteilen heißt: Die Landesgartenschau ist eröffnet! Zum Start sollen schon 170 000 Frühjahrsblüher zu sehen sein, außerdem gibt’s bereits am ersten Tag ein buntes Kulturprogramm.

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