Lahr "Einmal auf das Sofa geschubst"

Lahr. Ein Grundsatz vor Gericht ist, das alle Parteien gehört werden müssen. Ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Nötigung ist aus diesem Grund eingestellt worden. Die Geschädigte und die Mutter der Geschädigten, die einen Teil des Geschehens ebenfalls miterlebt hatte, waren nicht erschienen.

Der Angeklagte, ein 44-jähriger Nachbar der Geschädigten aus Lahr, stritt einen Teil der Vorwürfe vehement ab. Er gab zu, dass er in die Wohnung des Freundes der Geschädigten eingedrungen war. Mehrfaches "Herumgeschubse", das bei der Frau zu Verletzungen des Thorax und der linken Schulter geführt haben soll, sei dagegen "frei erfunden". Er habe die Frau, die er als Nachbar der Mutter der Geschädigten kenne, nur "einmal auf das Sofa geschubst".

In die Wohnung des Lebenspartners der Geschädigten an anderer Stelle in Lahr sei er eingedrungen, weil er sich Sorgen um die Frau gemacht hatte. Er stritt nicht ab, dass er ein Poster von der Wand gerissen habe und die Telefonleitung aus der Wand. Den Fernseher habe er dagegen sicher nicht aus dem Fenster geworfen, er habe es auch nicht versucht. Das Gerät würde aufgrund der Größe niemals durch das Dachfenster der Wohnung passen.

Glasfenster an der Tür geht zu Bruch

Dagegen habe sich die Geschädigte mit einem Regenschirm und einem massiven Stock zur Wehr gesetzt. Die weitere Sachbeschädigung, ein Glasfenster an der Wohnungstür ging durch einen Tritt zu Bruch, stritt der Angeklagte nicht ab. Dass er das Telefonkabel aus der Wand gerissen habe, sei eine "unnötige Dummheit" gewesen.

Der Mann ist derzeit in einer Entziehungskur. Zum Zeitpunkt der Tatvorwürfe im Sommer des vergangenen Jahres sei er "sicher betrunken" gewesen, aber nicht so, dass er sich nicht an alles genau erinnern würde.

Tim Richter, der in Lahr die Strafprozesse leitet, verlas ein Attest der Geschädigten. Da sie sich derzeit in einer Therapie im psychiatrischen Landeskrankenhaus in Emmendingen befinde, werde sie nicht aussagen können. Die Mutter der Geschädigten habe sich kurzfristig krankgemeldet. Das akzeptierte Groß allerdings nicht. Auf Antrag des Staatsanwaltes verhängte Richter hier ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro und die Auflage, die möglicherweise entstandenen Mehrkosten der Verhandlung zu tragen.

Der Lebenspartner der Geschädigten hatte von dem Streit nichts mitbekommen. Er war nicht anwesend. Groß beantragte die Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage in Höhe von 320 Euro, da sich ein Teil der Vorwürfe der Geschädigten nicht wird klären lassen. Der Angeklagte, der ohne Rechtsanwalt erschienen war, stimmte dem zu.

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