Lahr 225 Jahre Lahrer Zeitung: Eine  stolze  Zeitungsgeschichte

Mit einer Sonderbeilage blickt die Lahrer Zeitung heute stolz auf 225 Jahre zurück. Zeitgleich wird im Stadtmuseum eine Ausstellung über Lahrer Zeitungsgeschichte vorbereitet und wichtige LZ-Dokumente haben es gar ins Literaturmuseum geschafft.

Lahr. Die Zeitungsgeschichte von Lahr ist eng mit der Historie der Lahrer Zeitung und dem Schauenburg-Verlag verbunden. Kein Wunder: Ihre Vorgänger begründeten die hiesige Zeitungskultur. Dazu gibt es in der heutigen Ausgabe eine umfangreiche Sonderbeilage unseres Verlags. Darin werden die vergangenen zwei Jahrhunderte Zeitungshistorie dokumentiert.

Aktuell wird die große Sonderausstellung "Stadt im Blatt" vorbereitet, die in zwei Wochen, am 31. März, im Stadtmuseum eröffnet. Wir sprachen dazu mit Leiterin Gabriele Bohnert über den historischen Nachlass der Verlegerfamilie Geiger-Schauenburg, der es jetzt ins renommierte Literaturmuseum in Marbach geschafft hat, wo Nachlässe großer Literaten und Verlage zu finden sind.

Frau Bohnert, der Nachlass der Familie Geiger-Schauenburg über die Historie dieser Lahrer Drucker-Dynastie hat seine Heimat nicht mehr in Lahr. Weshalb?

In Lahr befand sich nur der Teil des Nachlasses, der sich in Besitz von Christel Seidensticker befand (der Urenkelin des Verlegers Moritz Schauenburg und damit Nachfahrin des Verlagsgründers Johann Heinrich Geiger, Anm. der Red.). Bei der Haushaltsauflösung nach ihrem Tod wurde dieser Nachlass von den Erben geschlossen ins Deut­sche Literaturarchiv Marbach gegeben. Das hat die Familie entschieden.

Hätte man das Seidensticker-Archiv nicht auch ins Lahrer Stadtarchiv integrieren können?

Ja, das hätte man tun können und die Familie hat das auch in Erwägung gezogen. Da sich aber im Deutschen Literaturarchiv in Marbach auch die Nachlässe anderer Verleger und Verlage befinden, ist Marbach der passende Ort. Wichtig ist nur, dass die Dokumente gesichert und der wissenschaftlichen Forschung zugänglich sind.

Was enthält dieser Nachlass alles?

Er enthält Geschäftsunterlagen, die Autographensammlung von Moritz Schauenburg, aber auch private Dokumente. Hinzu kommen auch einzelne Bände des Lahrer Hinkenden Boten, des Kommersbuches oder des Lahrer Wochenblattes.

Wie umfangreich muss man sich das vorstellen?

Die Dokumente haben einen Umfang von zwölf Archivkartons, die Bücher habe ich nicht gesichtet.

Wie gut sind die Dokumente und Gegenstände erhalten?

Sehr gut. Der Nachlass ist grob geordnet, aber noch nicht verzeichnet.

Gab es für Sie bei der Durchsicht Überraschungen?

Da ich den Nachlass in den meisten Teilen schon kannte, gab es für mich keine großen Überraschungen.

Kommen einzelne Teile auch mal nach Lahr zurück, als Leihgaben etwa?

Ja, wir werden in unserer nächsten Ausstellung "Stadt im Blatt" einzelne Dokumente zeigen.

Wann läuft die Schau?

Die Vernissage haben wir am Sonntag, 31. März, um 11.30 Uhr bei uns im Stadtmuseum. Die Ausstellung läuft dann bis zum Sommer, bis zum 28. Juli.

Was ist zu sehen?

Wir zeigen in der ehemaligen Tonofenfabrik alles zur Lahrer Zeitungsgeschichte, mit alten Zeitungen und allen heute erscheinenden, bis hin zur digitalen Welt. Und natürlich gibt es auch einige sehenswerte historische Exponate.

Das Literaturmuseum der Moderne hat seinen Sitz in Marbach am Neckar. Es kümmert sich "um die Seele der Literatur" und beherbergt unter anderem Originale von Friedrich Schiller. Eine Dauerausstellung über Literatur wird ergänzt durch Sonderschauen. Zu finden sind in Marbachs Archiv auch Nachlässe von wichtigen deutschen Verlagen. In diese Sammlung hineingegeben wurde jetzt der Nachlass der Familie Geiger-Schauenburg, der von Nachfahrin Christel Seidensticker zusammengetragen worden war.

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