Lahr Eine Plattform für aufstrebende junge Unternehmen

Warten auf Bewerber (von links): Thomas Joachims (Sparkasse), Peter Rottenecker (Volksbank), Michael Bertram (IHK), Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller, Ralf Ehret-Nießen (PFIF) und Jochen Siegele (Wirtschaftsförderer). Foto: Weber Foto: Lahrer Zeitung

Lahr. Die Stadt Lahr vergibt in diesem Jahr wieder den Gründerpreis. Bei der Premiere des Wettbewerbs vor zwei Jahren hatte den mit 5000 Euro dotierten Preis das Unternehmen "Hagr Cigars" gewonnen, das die Zigarren-Manufaktur Herr Lehmann betreibt. Nun wird der Nachfolger gesucht.

Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller sagte, dass die Stadt mit dem Preis einen Anreiz setzen möchte für junge Unternehmen. Die Förderung verstehe er als Gemeinschaftsaufgabe verschiedener Akteure. So sind auch in diesem Jahr wieder die Volksbank Lahr und die Sparkasse Offenburg/Ortenau mit an Bord, die zusätzlich erneut zwei Einzelpreise ausloben, die mit 1000 Euro dotiert sind. Peter Rottenecker, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Lahr, sieht die Unterstützung von Gründern auch als Stärkung der Wirtschaft der Region. "Wir sehen uns als Partner von Neugründungen und wollen diesen Weg gemeinsam gehen." Thomas Joachims, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Offenburg/Ortenau, sieht das ähnlich. Gründer gelte es zu unterstützen, nicht nur finanziell, sondern auch bei den großen und kleinen Fragen, die sich ihnen stellen.

Dass junge Unternehmen Unterstützung brauchen, weiß auch Ralf Ehret-Nießen, Geschäftsführer des Lahrer Unternehmens Partner für Innovation & Förderung, kurz "PFIF". Gerade die jungen Unternehmer würden die Zeichen der Zeit häufig besser erkennen als alteingesessene Firmen, als Beispiel nannte er das Thema Industrie 4.0. Michael Bertram, Leiter des Geschäftsbereich Existenzgründung bei der IHK Südlicher Oberrhein, sagte, dass die Zahl der Gründungen in den vergangenen drei Jahren rückläufig ist, die Qualität dafür aber gestiegen ist. "So ein Gründerpreis ist da wichtig, um sich zu zeigen und Interesse zu wecken."

"Mehr als 100 Neugründungen in sämtlichen Bereichen gibt es jedes Jahr in Lahr", sagte Jochen Siegele, Wirtschaftsförderer bei der Stadt Lahr. "Wir wollen jeden ermutigen, sich zu bewerben", so Siegele. Auch in Lahr gebe es den rückläufigen Trend. Dies habe auch mit der niedrigen Arbeitslosenquote zu tun. Wer sicher in Lohn und Brot stehe, gehe nicht so schnell das Risiko einer Selbstständigkeit ein.

Vor zwei Jahren habe es insgesamt 14 Bewerbungen gegeben. Wie unterschiedlich die Bewerbungen waren, zeigen auch die Gewinner. Neben "Herr Lehmann" gewann der ambulante Pflegedienst "Mara" den Preis der Sparkasse und die "Sigel Dental" den Preis der Volksbank. Das Unternehmen stellt Zahnersatz her.

Ab sofort können sich interessierte Unternehmen für den Gründerpreis bewerben. Voraussetzung: Die Gewerbeanmeldung muss in Lahr frühestens im Jahr 2013 oder spätestens bis zum Einsendeschluss am 30 September erfolgt sein. Das Bewerbungsformular ist auf den Internetseiten der Stadt Lahr verfügbar. Darin sollen die Start-Ups erklären, warum ihr Unternehmen preiswürdig ist. Die Jury, der Vertreter der Stadt, des Gemeinderats und der regionalen Wirtschaft angehören, schauen unter anderem auf die Kriterien Innovation, Nachhaltigkeit und Erfolg.

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