Lahr Eine Achterbahn in Richtung Umbruch

Trainer Aurelijus Steponavicius (Mitte) will im Team der HSG Ortenau Süd einen Umbruch vollziehen und vermehrt jungen Spielern Einsatzzeit geben. Foto: Künstle Foto: Lahrer Zeitung

Mit vielen Aufs und Abs manövriert sich die HSG Ortenau Süd durch die Landesliga-Saison. Neben einem Mittelfeldplatz hat Trainer Aurelijus Steponavicius für die restlichen Spiele ein weiteres Ziel: Den jungen Spielern mehr Verantwortung geben.

Startet man im Europa-Park eine Umfrage zum Thema Achterbahn, bekommt man wohl überwiegend positive Resonanz. Etwas anders verhält sich die Lage derzeit bei Aurelijus Steponavicius, seit dieser Saison Trainer der HSG Ortenau Süd in der Landesliga Nord. "Wir spielen mit vielen Höhen und Tiefen. Zehn Minuten spielen wir super Handball und danach ist zehn Minuten Chaos", sagt er. Bestes Beispiel: das Heimspiel gegen den ASV Ottenhöfen, bei dem man die Zuschauer in der neuen Lahrer Sporthalle nicht unbedingt verwöhnte.

Junge Spieler sollen künftig Verantwortung übernehmen

Ein wenig ist das aber auch einkalkuliert. "Wir starten einen Umbruch", erzählt Steponavicius, der vor der Saison von Mirko Reith den Posten an der HSG-Seitenlinie übernommen hatte. "In den vergangenen beiden Spielen haben die Jungen 40 bis 50 Minuten gespielt", sagt der Trainer. Routiniers wie Oliver Fimm und Johannes Betzler saßen dagegen lange auf der Bank. Leistungsschwankungen bleiben da natürlich nicht aus, sollten sich aber im Rahmen halten.

Denn ewig werden die arivierten Kräfte nicht mehr spielen, Steponavicius denkt daher über die Saison hinaus: "Es ist wichtig, dass die jungen Spieler mehr Selbstvertrauen bekommen und so früh wie möglich Verantwortung übernehmen."

Dafür werden dann auch solche Spiele wie das am Samstag in Kauf genommen, in denen "Achterbahn" gefahren wird, wie es Steponavicius nennt. Allerdings ist auch klar, dass der Südbadenliga-Absteiger in der Tabelle langsam auch den Blick nach unten richten muss. Denn 14:16-Punkte und Platz acht sind in der engen Landesliga durchaus gefährlich, so weit ist die Abstiegszone nicht mehr entfernt.

Der Spaß ist da, jetzt sollen auch die richtigen Ergebnisse folgen

"Wir wollen am Ende der Saison im Mittelfeld stehen", sagt Steponavicius und spricht von einer "ausgeglichenen Liga, in der jeder jeden schlagen kann". Allein am Tabellenplatz orientiert man sich bei der HSG aber nicht. "Wichtiger ist der Umbruch", so der Trainer, der an das Potenzial des Teams glaubt. "Man sieht, dass wir’s können." Zuletzt allerdings meist nur phasenweise. "Wir arbeiten dran – ich bin noch lange nicht fertig", verspricht Steponavicius. Ihm selbst macht sein neuer Trainerjob viel Spaß. "Auch nach dem Training haben wir Spaß, nach den Spielen manchmal aber noch nicht", sagt er schmunzelnd mit Blick auf die Ergebnisse.

Genau das soll sich in den kommenden Wochen ändern. Heißt: Siege müssen her. Dazu müsse man aber die "Achterbahn auszugleichen", umschreibt es Steponavicius. Dann kommt sicher auch der Spaß nach den Spielen zur HSG zurück.

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