Lahr So schützen Sie Ihr Haus

Terrassentüren sind ein sehr beliebter Weg, um in ein fremdes Haus zu gelangen – besonders, wenn sie nicht zusätzlich gesichertsind. Die Polizei empfiehlt, Eingänge nachzurüsten oder mit Sicherungstechnik zu erweitern. Foto: Polizeiliche Kriminalprävention

Einbruchsdiebstähle haben in der Ortenau vergangenes Jahr deutlich zugenommen. Viele Bürger machen es den Eindringlingen noch immer viel zu leicht, in Wohnräume zu gelangen. Die Polizei gibt Tipps, wie man sich am besten schützen kann. Klaus-Dieter Strauß, Kriminalhauptkommissar beim Referat Prävention, weiß, dass viele Menschen beim Verlassen des Hauses einige einfache Regeln missachten, die vermeintlichen Gaunern das Leben schwer machen können.

 

"Nach unseren Erfahrungen suchen Einbrecher erst die schwächsten Stellen am Haus, um einzudringen«, erklärt Strauß. Leider werde es den Tätern immer noch sehr einfach gemacht. In etwa 80 Prozent aller Fälle brechen sie ebenerdige Fenster oder Türen auf, oft auf Terrassen und Balkonen. Häufig geschieht dies an der Gebäuderückseite. In nur etwa 30 Prozent der Fälle dringen Täter an der Gebäudevorderseite ein. Hierbei werde häufig ein Schraubendreher verwendet, den die Täter unauffällig in der Hosentasche dabei haben. Handelsübliche Fenster ohne Sicherungstechnik lassen sich damit in wenigen Sekunden öffnen. Studien zufolge sei Einbruchsdelikten trotz aller Präventionsmaßnahmen der Polizei immer noch ein erstaunlich großer Anteil der Fenster oder Fenstertüren gekippt gewesen und habe Einbrechern so den Zutritt ermöglicht. "Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster" erklärt Strauß. Um unerwünschten Überraschungen vorzubeugen, sei es empfehlenswert, alle Fenster komplett zu schließen.

Wohnungsschlüssel niemals außerhalb der Wohnung deponieren

Doch auch die Wohnungseingangstür ist für Verbrecher ein beliebter Weg. Sie sollte immer zweimal abgeschlossen und nicht einfach nur ins Schloss fallen gelassen werden. Schlüssel sollten zudem niemals außerhalb der Wohnung hinterlegt werden: »Einbrecher kennen jedes Versteck«, warnt die Polizei. Durch entsprechende Nachrüstung möglicher Eingänge oder die Erweiterung mit Sicherungstechnik könne einem Einbrecher das Eindringen erheblich erschwert werden. Er benötigt somit mehr Zeit und stärkere Werkzeuge, was ihn oft dazu veranlasst, unverrichteter Dinge wieder abzuziehen und nach einem anderen, nicht so gut gesicherten Objekt Ausschau zu halten. Es gibt zwar eine große Anzahl einbruchshemmender Fabrikate, die Polizei empfiehlt jedoch ausschließlich die Verwendung geprüfter Produkte. Entsprechende Herstellerverzeichnisse gibt es beispielsweise auf den Internetseiten der Polizei unter www.polizei-beratung.de und www.k-einbruch.de

In den meisten Fällen haben es Einbrecher auf Schmuck und Bargeld abgesehen, weiß Hauptkommissar Strauß. Denn beides lässt sich einfach und unauffällig transporten - und später leicht an den Mann bringen. Wertsachen sollte zu Hause ohnehin nicht offen herumliegen, sondern in einem Werbehältnis aufbewahrt werden. Besonder guten Schutz vor Diebstahl bieten geprüfte Einmauerschränke, die fest im Fundament verankert sind. Deren Schloss lässt sich nur per Schlüssel oder Zahlenkombination öffnen. Sehr teure Wertgegenstände, die nur selten gebraucht werden, gehören eher in ein Bankschließfach, rät Strauß.

Ein Haus sollte auch bei längerer Abwesenheit immer bewohnt aussehen

Und wie suchen sich die Ganoven ihr Objekt aus? In den Sommermonaten schauen die Täter oft nach Häusern, an denen alle Rollläden geschlossen sind, verrät Strauß. Daher sollte das Wohnhaus auch bei längerer Abweseneit immer bewohnt aussehen. Morgens sollten die Rollläden hoch-, abend wieder heruntergefahren werden. Weiterhin sollte jeden Tag der Briefkasten geleert werden. Hier zahle sich Nachbarschaftshilfe wirklich aus, so Strauß. Dazu sei es von Vorteil, vorher Telefonnumern auszutauschen, unter denen man sich im Notfall erreichen kann.

INFO

Vortrag mit Tipps für Leser gratis

Auch in Lahr und der Ortenau schlagen Einbrecher in diesen Wochen wieder vermehrt zu. Die Polizei rät Haus- und Wohnungsbesitzern drin-gend, sich mit dem Thema Einbruchsschutz zu befassen, um die ungebetenen Gäste möglichst erst gar nicht in die Wohnräume gelangen zu lassen. Bei einem Vortrag der »Lahrer Zeitung« am Donnerstag, 2. November, im Haus zum Pflug in der Kaiserstraße 41 gibt Ralf Kaufmann von der Kriminalprävention des Polizeipräsidiums Offenburg Lesern konkrete Tipps, wie sie sich gegen die Ganoven am besten schützen können. Der Vortrag ist kostenlos und beginnt um 19 Uhr im Vortragsraum. Zuhörer erfahren dort, was die Technik Neues bietet, was sich als Einbruchsschutz am besten eignet und was dies kostet. Auch Fragen sind möglich.

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