Lahr Ein warnender Blick in den Rückspiegel

Mit 0:3 verlor der SC Lahr, hier Yannic Priéto (in Blau), in der Hinrunde gegen Denzlingen. Im Viertelfinale brennt der Sportclub auf die Revanche. Archivfoto: Künstle Foto: Lahrer Zeitung

Der SC Lahr hat in der Rückrunde viel vor. Es winkt die beste Platzierung der jungen Vereinsgeschichte und das Pokalhalbfinale. Dafür wird im Training geschuftet, ein Stotterstart wie in der Vergangenheit soll unbedingt verhindert werden.

Um besser zu werden, muss man aus der Vergangenheit lernen. Oliver Dewes, Cheftrainer des Verbandsligisten SC Lahr, blickt daher erst einmal zurück, wenn er über den baldigen Rückrundenstart seiner Elf redet. Die Erinnerungen sind dabei nicht so gut. Denn sowohl im Sommer als auch vergangenen Winter startete der Sportclub nicht gut. Vor gut einem Jahr war man nach einem Punkt aus drei Spielen plötzlich sogar wieder im erweiterten Abstiegskampf. Diesem entkam der Sportclub dann durch ein starkes letztes Saisondrittel. Die Erinnerung an die Stotterstarts in der jüngeren Vergangenheit sind aber nach wie vor präsent.

Keine Abstiegssorgen

Als Fünfter, punktgleich mit Platz drei und vier, muss man beim SC in diesem Jahr zwar keine Abstiegsangst mehr haben, das Tempo rausnehmen will man aber auch nicht. Denn es winkt die beste Verbandsliga-Platzierung in der jungen Geschichte des SC Lahr. Um diese zu erreichen, wurde für die Wintervorbereitung jeder Stein umgedreht. Auch seine eigene Arbeit habe er kritisch hinterfragt, erzählt Trainer Dewes. "Wir haben die Intensität gesteigert", berichtet er von den Eindrücken aus dem Training. Die Mannschaft nehme das gut an, so Dewes. "Man merkt, dass sie heiß sind."

Pokalgegner hat es in sich

Alles andere wäre auch verwunderlich, immerhin wartet schon eine Woche vor dem Ligastart ein echter Kracher auf die Sportclub-Elf. Im Viertelfinale des Verbandspokals erwartet man den Ligakonkurrenten FC Denzlingen an der Dammenmühle. Es ist der Gegner, den er "am ungernsten" gehabt habe, gesteht Dewes. Denn die Gefahr, den Kontrahenten zu unterschätzen liegt in der Luft. "Das erste, was in der Zeitung stand, war: ›Machbarer Gegner‹", warnt Dewes genau davor. Im Liga-Hinspiel zog der SC Lahr auf eigenem Platz mit 0:3 klar den Kürzeren. Allerdings ist für Dewes eines auch klar: "Wenn man im Pokal mitmacht, will man gewinnen. Wir wollen ins Halbfinale", sagt er.

"Fantastischer Frühling"?

Und auch nach dem Pokalspiel hat er mit seinem Team viel vor, die Tabellenspitze ist auch nur sechs Punkte weg. "Wir stehen vor einem vielleicht fantastischen Frühling", klingt bei Dewes viel Zufriedenheit über die Ausgangsposition für die verbleibenden 13 Ligaspiele heraus.

Gute Neuzugänge

Ebenfalls zufrieden ist Dewes mit den drei Neuzugängen Jona Leptig, Thomas Vogel und Omar Daffeh. "Sie brauchen natürlich Zeit sich zu akklimatisieren, aber sie sind alle drei mit Talent versehen", ist er überzeugt. In den ersten Vorbereitungsspielen waren sie auch schon im Kader der "Ersten", Ziel sei aber, dass sie in der Rückrunde auch in der U23 in der Bezirksliga Spielpraxis sammeln, so Dewes.

Neumaiers Abgang

Gleichzeitig muss er zur Winterpause einen Abgang verkraften. Christian Neumaier, für Dewes die "Entdeckung der vergangenen Rückrunde", spielt ab sofort für den Ligakonkurrenten Pfullendorf (wir haben berichtet). Da er in Konstanz studiert, war ein regelmäßiges Training zuletzt nicht mehr möglich. Für Neumaiers Wechsel hat Dewes volles Verständnis, gleichzeitig bedauert er den Abgang. "Er hat das immer gut gemacht, wenn er gespielt hat", lobt der Trainer.

Besonders in Erinnerung hat er dabei ein Spiel: das Pokal-Achtelfinale gegen den Oberligisten Villingen, das der SC sensationell mit 4:0 gewann. Vor allem die Defensive – mit Neumaier – überzeugte. Ähnliches muss die Hintermannschaft auch im Viertelfinale vollbringen. Neumaier wird dazu sicher aus der Ferne die Daumen drücken.

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