Lahr Ein Theologe mit Biss

Fabian D. Schwarz brillierte vor allem, wenn es um die katholische Kirche ging. Foto: Baublies Foto: Lahrer Zeitung

Von Endrik Baublies

Hugsweier. Mit dem Bekenntnis "Ich bin Katholik" ist Fabian D. Schwarz bei seinem Auftritt im "Koffer" direkt zur Sache gekommen. Der Württemberger Kabarettist beließ es beim Programm "Neues vom Leben" allerdings nicht bei der Kirche. Auch wenn er bei dem Thema als studierter Theologe zur Höchstform auflief.

Die nicht existente Ehe des Herrn erklärte Schwarz so: Wenn Jesus verheiratet gewesen wäre, wie hätte er die Frage aller Fragen beantworten sollen. Ein "Ja" zum obligatorischen "Liebst Du mich noch" hätte doch sofort berechtigten Protest herausgefordert. "Das sagst du zu jedem." Schwarz sprach und spielte souverän beide Rollen.

So auch hier: Wie geht der Student der Theologie mit den lästigen Fragen der Kommilitonen um? Etwa der, was ein Studium bedeute, wenn doch der zentrale Inhalt des Fachs nicht existiere. Der Theologe stellte die Gegenfrage, was denn der andere studiere. Die Antwort: Friedensforschung. Er stellte Gegensätze einfach und mitunter abrupt dar oder spielte auch mal mit Worten. "Wer von euch ist Aktionär?" Vorausgegangen war eine Attacke zum VW-Skandal, eine Steilvorlage für jeden Komiker. Als sich zögernd drei Hände aus dem Publikum hoben, stellte er eine andere Frage: "Wer von euch ist reaktionär?"

Wie kann die Welt gerettet werden?

Neben der Kirche hatte es Schwarz also auf das Kapital abgesehen. Eine Lösung, wie man die Welt – ob auf christliche oder kapitalistische Weise – retten könne, sei die Umverteilung des sogenannten virtuellen Gelds. Bekannt ist, dass Banken oder eben Kapitalisten mit Geld auch Geld verdienen. Geld, das sie entweder nicht haben oder das es gar nicht gibt. Wie wäre es denn, wenn man dieses virtuelle Geld gerechter verteilen würde. Denn wer Federn lassen müsse für etwas, das er nicht habe oder ihm nicht gehöre, sei nicht wirklich bestohlen.

Der Rundumschlag ging sofort weiter. Es wäre ja heute auch ein Unding, Geld auf die Bank zu bringen. "Derzeit gilt ja wieder das mittelalterliche Zinsverbot." Eine interessante Alternative wäre da ja der spielsüchtige und alkoholkranke Nachbar.

Weiter ging es mit dem unerschöpflichen Thema Kindererziehung. Da gab es die Erkenntnis: "Die Jugend von heute war schon immer schlecht." So nachzulesen auf einer Keilschrifttafel aus Ur in Chaldäa. Das ist der Ort, von dem der Erzvater Abraham auszog, das Gelobte Land zu finden. Am stärksten präsentierte sich Schwarz aber bei den Seitenhieben auf die Kirche. Ein ehrlich gemeintes Lob bekam dabei das Oberhaupt der Katholiken, Papst Franziskus. "Macht der Papst aus der katholischen Kirche eine christliche Kirche?"

Das Programm "Neues aus dem Leben" war mitunter geprägt von schwarzem Humor. Fabian D. Schwarz gab aber auch Anstöße zum Nachdenken.

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