Lahr Ein musikalisches Wechselspiel zwischen Klangkörpern

Felicitas, Florentine und Veronika Ohnmacht spielen in der Burgheimer Kirche. Foto: Haberer Foto: Lahrer Zeitung

Lah r. Das Wechselspiel zwischen Violinen und Orgeln hat die 18. Auflage der Burgheimer Sommermusiken geprägt. "Doppelspiel" hat der Organist Martin Groß den am Sonntagabend servierten Konzertreigen mit den Violinistinnen Veronika, Felicitas und Florentine Ohnmacht sowie dem zweiten Organisten Adrian Sieferle übertitelt.

 

Auf einen gemeinsamen Beitrag der fünf Akteure wartete das Publikum in der Burgheimer Kirche vergebens. Veronika Ohnmacht und ihre beiden Töchter, Felicitas und Florentine, leiteten den Konzertreigen mit einem Trio von Joseph Haydn ein; Martin Groß und Adrian Sieferle legten mit einer Fuge Mozarts nach, suchten den Dialog zwischen der Orgel und einem Orgelpositiv im Altarraum der kleinen Kirche. Der Reiz des Abends lag eindeutig in dem immer wieder variierenden Wechselspiel der fünf Akteure, dem Doppelpass zwischen Violinen und Orgelpfeifen. Martin Groß hatte ein Programm mit einem barocken Schwerpunkt zusammengestellt, der mit einer Choralfantasie von Michael Praetorius kurz in die Klangwelt der Renaissance eintauchte, im zweiten Teil langsam durch die Stilepochen wanderte. Am Ende blitzte dann ein fast minimalitisch angelegtes Prélude im klassischen Stil von Gordon Young auf: Eine mit Vogelstimmen dem Ruf des Kuckucks unterlegte Improvisation über "Le Coucou" von Claude Daquin. Martin Groß und Adrian Sieferle suchten hier noch einmal über den Kirchenraum hinweg den musikalisch überaus reizvollen Dialog zwischen den beiden Orgeln. Das Zwiegespräch prägte auch Antonio Solers "Concierto für zwei obligate Orgeln", während Bachs Präludium und die Sonate in B-Dur seines Sohnes, Carl Philipp Emanuel, alleine dem sehr viel üppiger ausgestatteten Instrument auf der Empore gehörten.

Die Violinen prägten beispielsweise auch die Triosonate von Jean-Baptiste Loeillet. Die musikalisch fein angelegten Klangbilder der Saiteninstrumente schwebten im Raum, während sich die Orgel hier mit der dezent angelegten Rolle des Continuos begnügte.

Das Publikum konnte in einen wunderbar angelegten Abendspaziergang durch die Stilepochen eintauchen.

  • Bewertung
    0