Lahr Ein Happy-End auf Umwegen

Ralf Bauer und Ann-Cathrin Sudhoff überzeugen erneut in den ihnen bekannten Rollen von Leo und Emmi. Dieses Mal gibt es für die Charaktere ein Happy-End. Foto: Haberer

Lahr - Die Komödie "Alle sieben Wellen" knüpft nahtlos an "Gut gegen Nordwind" an. Ralf Bauer und Ann-Cathrin Sudhoff sind bei der Inszenierung in der Stadthalle wieder mit Spielwitz und sehr viel Charme gemeinsam am Start.

 

Ein falscher Buchstabe in einer E-Mail hat Leo und Emmi im wahrsten Sinne des Wortet "connected". Die beiden schreiben sich immer wieder, kommen sich näher und flirten heiß und innig miteinander, obwohl Emmi verheiratet ist, ihren Mann und die Kinder keinesfalls verlassen will. Die Geschichte der vor zwei Jahren in Lahr gezeigten Komödie "Gut gegen Nordwind" findet aber kein Happy-End. Emmis Mann Bernhard interveniert. Er will seine Ehe retten, schlägt Leo ein einziges, finales Treffen mit Emmi vor. Leo lässt sich darauf ein und flüchtet anschließend Hals über Kopf in eine andere Stadt.

Die Geschichte von Daniel Glattauers Erfolgsroman aus dem Jahr 2006 hat aber bereits in Buchform eine Fortsetzung gefunden. "Alle sieben Wellen" springt neun Monate in die Zukunft, lässt die Internetliebe der beiden mit neuem Schwung wieder aufleben. Erneut fliegen die Worte und die darin eingebetteten Emotionen hin und her, obwohl sich die Ausgangslage im Grunde kaum verändert hat, wenn man davon absieht, dass Leo mittlerweile ebenfalls liiert ist.

"Alle sieben Wellen" kommt damit erst einmal wie ein Remake daher, eine aufgefrischte und runderneuerte Wiederaufbereitung. Die Bühnenfassung liegt wieder in den Händen der Komödie am Bayerischen Hof. Auf der Bühne stehen erneut Ralf Bauer und Ann-Cathrin Sudhoff. Die Zuschauer in der sehr gut besuchten Stadthalle müssen sich letztendlich aber keineswegs mit einer simplen Fortsetzung des spritzigen und wortgewandten Dialogs der beiden begnügen, der vergnüglichen Interaktion in einem offenen Spiel, an zwei im Grunde getrennten Schauplätzen. Die beiden kommen sich näher als jemals zuvor und treffen sich endlich in einem Café.

Trotzdem scheint die Seifenblase zu platzen, als Leo Emmi von dem Brief ihres Mannes erzählt, den Gründen für seine Flucht. Nach einer wilden, leidenschaftlichen Explosion geht Emmi auf Distanz, Leo zieht mit seiner Freundin nach Boston. Das bereits bei "Gut gegen Nordwind" von dem Paar eingenommene Publikum in der Stadthalle wird dieses Mal allerdings begnadigt und erlöst. Leo kommt alleine zurück und landet endlich auch in den Armen der in Wirklichkeit längst geschiedenen Emmi.

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