Lahr Ein großer Liberaler

Hans Waeldin war mehr als 70 Jahre Mitglied in der FDP.                                              Foto: Archiv Foto: Lahrer Zeitung

Lahr (sl). Hans Waeldin, Urgestein der Lahrer FDP, ist am 5. April gestorben. Er wurde 89 Jahre alt.

Hans Waeldin wurde 1930 geboren und wuchs mit drei Geschwistern auf. Sein Vater, Paul Waeldin, war Unternehmer im Gerbergewerbe. Diese familiäre Verbundenheit zu Leder behielt Hans Waeldin bei und war 40 Jahre lang beruflich als Berater der Lederindustrie in der Welt unterwegs. Auch sein liberales politisches Denken hatte Waeldin von seinem Vater: Paul Waeldin war 1946 Mitbegründer der Demokratischen Partei in Baden – 1948 wurde diese dann in Freie Demokratische Partei umbenannt. Paul Waeldin war von 1945 bis 1952 Oberbürgemeister von Lahr und von 1952 bis 1957 Regierungspräsident.

Schon als 16-Jähriger war sein Sohn Hans bei der Gründungsversammlung der Demokratischen Partei in Freiburg dabei, durfte aber erst als 18-Jähriger beitreten. 1989 erreichte er für die FDP bei der Europawahl zwölf Prozent im Wahlkreis Lahr. In den 90er-Jahren war Hans Waeldin Mitglied des Vorstands im Bezirksverband Südbaden, des Kreisvorstands und des Stadtverbands Lahr. Waeldin war insgesamt 71 Jahre Mitglied in der FDP – das dürfte bundesweit einmalig sein.

Der Name Waeldin ist mit der früheren Gerbertradition der Stadt Lahr eng verbunden. Die Waeldinstraße ist nach dem Vater benannt, der nach dem Zweiten Weltkrieg der erste Oberbürgermeister in Lahr war. Der Sohn erhielt für seine langjährigen Verdienste in der FDP die Theodor-Heuss-Verdienstmedaille in Gold. Er hat sich zeitlebens für die Grundwerte liberaler Politik eingesetzt. "Ich bin ein Freisinniger mit Verständnis für soziale Themen", sagte Waeldin über sich selbst.

Die Trauerfeier ist am Donnerstag, 18. April, ab 15.15 Uhr auf dem Bergfriedhof.

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