Lahr Ein Elefant mit viel Humor

Die "Puppenparade Ortenau" hat auf der Landesgartenschau ein sommerliches Intermezzo mit Kasper und seinen Freuden platziert. Zwei Puppenbühnen und drei Walk-Acts haben am Freitag und Samstag den Bürgerpark bespielt.

Lahr. Ein kleiner störrischer Elefant treibt seine fast schon menschlichen Späße mit einem in die Jahre gekommen Zirkusdirektor. Stelzenläufer flanierten in eleganten Fantasiekostümen über die "Via Ceramica", während zwei ältere Damen in Schwesterntracht den Passanten auf den Puls spüren und mit besorgter Miene die Spritze auspacken. Auf der Bühne im Bürgerpark hat sich das Figurentheater "Marotte" aus Karlsruhe eingenistet, die Freiburger Puppenbühne, von Johannes Minuth, ist mit ihrem zur Schaukastenbühne umgebauten Imbisswagen zu Gast.

Über den Bürgerpark wehte am Freitag und Samstag der Charme der beliebten Open-Air-Tage, die sich im Rahmen der "Puppenparade Ortenau" längst nicht nur in Lahr etabliert haben. Obwohl die Landesgartenschau selbst das zweitägige Spektakel kaum beworben hat, haben sich zahlreiche Freude des Figurentheaters am beiden Tagen auf den Weg in den Bürgerpark gemacht um beim sommerlichen Intermezzo des Festivals dabei zu sein.

Die in Lahr bestens eingeführte Abordnung des Ensembles "Die Stelzer", zog in wechselnden Kostümen immer wieder die staunenden Blicke der Passanten auf sich, während das Theater "Paspartout" dieses Mal mit einer stationären Festivalpräsenz überraschte.

Reinhold Engler und sein kleiner Elefant "Rudi" servierten ein freches und witziges Spiel, das die großen und kleinen Zuschauer immer wieder neu begeisterte. "Rudi" hat seinen eigenen Kopf, er tritt seinen Dompteur auf die Füße und bespritzt die Zuschauer mit Wasser, legt so manches "dicke Ei". Er tanzt und posaunt mit hoch erhobenem Rüssel, macht dabei aber nur selten dass, was Engler gerne möchte.

Mit skurrilem Humor wartete das erstmals in Lahr gastierende "Vamos Theatre" aus England auf. Marisa Gunter und Marco Nanetti präsentierten sich als durch und durch britische Sittenwächterinnen, die mit Gießkanne und Hacke noch einmal Hand anlegten, wo sie Lücken in der Blütenbracht der Landesgartenschau entdeckten.

Sie schlüpften aber auch in Schwesterntracht, um den Besuchern mit besorgter Miene auf den Puls zu fühlen. Johannes Minuth wartete im Süden des römischen Vicus gleich mit einem halben Dutzend unterschiedlichen Abenteuern von Kasper, Seppel und dem weißen Hund Bello auf.

Thomas Hänsel, vom Figurentheater "Marotte", begeisterte mit zwei Inszenierungen nach den Kinderbüchern des schwedischen Autors Sven Nordqvist. Pettersson und sein Kater Findus zelteten auf der Landesgartenschau und organisierten ein Feuerwerk für einen alten Fuchs, der es auf die Hühner der beiden abgesehen hatte.

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