Lahr Ein Beruf soll vor allem Spaß machen

Bei der Firma Wagner System führten Ausbildungsleiter Maik Papke (links) und zwei Azubis die Maschinen vor. Foto: Baublies Foto: Lahrer Zeitung

Die "Jobexpedition" der Almi in Lahr will Schülern zeigen, was es an Ausbildungsmöglichkeiten nach der Schule gibt. An der Aktion beteiligen sich 14 Firmen, darunter Wagner System und Polar Form.

Lahr. Bei Polar-Form haben die jungen Gäste nach einer Betriebsbesichtigung und einer Einführung selbst Hand angelegt. Sie arbeiteten an Metallstücken, die sie "bemalen". Eine Schutzschicht war der Malgrund, als Stifte dienen Werkzeuge mit denen die Schüler Formen gravierten. Spannend wurde dann die Arbeit mit dem Sandstrahler in den Produktionsräumen. Die Oberfläche mit oder ohne Schutz nahm nach der Behandlung verschiedene Schattierungen an. Die Erfahrung, dass man hier aber auch sehr genau arbeiten muss, gehörte dazu.

Killian Heibach (13), der die Theodor-Heuss-Werkrealschule besucht, durfte als Erster den Sandstrahler bedienen. Er hatte von der "Jobexpedition" bei "Beruf & Co" in der Sulzberghalle erfahren und sich daher angemeldet. Dominik Schmidt (14) geht auf die Freie Evangelische Schule. Da Michael Erb, der Ausbildungsleiter für den Beruf Werkzeugmacher, für die Jobexpedition im Unterricht geworben hat, ist er gekommen. Er war sich vorher eigentlich sicher, dass er keinen technischen Beruf lernen wollte. Das habe sich nach dem ersten Besuch aber bereits geändert, sagte er. Alle Schüler, die gekommen sind, waren sich da einig, dass der Tag spannend und informativ gewesen ist. Während die Schüler weiter an ihren Bildern feilten, ergänzte Erb, dass es er den Schülern vor allem erklären will, dass eine Ausbildung und der künftige Beruf zuerst Spaß machen sollte.

Bei Wagner System in der Tullastraße haben Auszubildende in dieser Woche der Jobexpedition die Rolle von Paten übernommen. Sie stellen den Besuchern, die an den vier Tagen kommen, vor, was sie wo und wie lernen. Der Austausch zwischen den Schülern und den Azubis ist aufgrund des geringen Altersunterschiedes ungezwungen.

Hilfestellung bei der Suche

Bei einem Rundgang am Mittag stellte Ausbildungsleiter Maik Papke zusammen mit den Azubis Mark Sandoval und Bastian Karl ‒ die Maschinen und die Anforderungen vor. Die Schüler, die am ersten Tag der Jobexpedition hier einiges erleben, sind zwischen 14 und 17 Jahre alt. Alle erklären, dass sie nach der Schule, deren Ende absehbar ist, einen handwerklichen Beruf ergreifen wollen. Daher sind die vier Tage, da sind sich alle einige, eine gute Hilfestellung bei der Suche.

Eine Episode gibt es hier dazu. Sadrac Kupfer hat im vergangenen Jahr an der Jobexpedition teilgenommen. Der heute 16-Jährige macht derzeit ein Praktikum bei Wagner System. So erfahren die Besucher aus erster Hand, dass diese Idee, des ungezwungenen Kennenlernens sehr hilfreich sein kann, wenn es gilt, eine Entscheidung für das Leben zu treffen.

Der Abschluss der Jobexpedition 2019 steigt am Freitag, 26. April, ab 16 Uhr im Lahrer Schlachthof. Da erhält jeder der Schüler auch eine Urkunde, dass er oder sie an der Jobexpedition teilgenommen hat. Diese Urkunde wird bei einer späteren Bewerbung in einem der beteiligen Betriebe sicher von Nutzen sein. Der Begriff Almi steht für die Arbeitsgemeinschaft der Lahrer mittelständischen Industrieunternehmen.

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