Lahr Ehrenamt als wichtigste Stütze der Betreuungsarbeit

Laden zur Infoveranstaltung ein (von links): Silvia Bainczyk von der Nachbarschaftshilfe, Hedwig Erdmann von der Besuchsarbeit und Pfarrerin Miriam Waldmann Foto: Wilhelm Foto: Lahrer Zeitung

Lahr. Die Nachbarschaftshilfe, der Hospizverein und die Besuchsarbeit der evangelischen Kirche stellen am morgigen Samstag, 12. Oktober, von 15 bis 17 Uhr im Gemeindehaus der Martinskirche sich und ihre Arbeit vor.

Pfarrerin Miriam Waldmann von der evangelischen Kirchengemeinde liegt die Kraft der ehrenamtlichen Tätigkeiten sehr am Herzen. Die große Bereitschaft von Menschen aus unterschiedlichsten Altersgruppen ihrer Gemeinde, sich bei Bedarf mit persönlichem Einsatz einzubringen, um zum Beispiel hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen, motiviert sie, auch nach außen eine Lanze für das Ehrenamt zu brechen.

Laut Waldmann ist es auch für die Helfenden eine Befriedigung, in der ehrenamtlichen Arbeit tätig zu werden, da sie Fähigkeiten einbringen können und positives Feedback erfahren, was ihnen im Beruf und Alltag in dieser Form vielleicht verwehrt bleibe. Deshalb haben Waldmann, Silvia Bainczyk von der Nachbarschaftshilfe und Claudia Hillig vom Hospizverein beschlossen, diese Arbeit im Stillen einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren und auch neue Ehrenamtliche zu gewinnen.

Der Schwerpunkt bei der Besuchsarbeit der Kirchengemeinde mit zurzeit 40 Ehrenamtlichen ist der Besuch von Jubilaren. Waldmann versucht, die Arbeit, die in den unterschiedlichen Predigtbezirken stattfindet, zu koordinieren und mit Schulungen und Supervision zu professionalisieren. Letztendlich gilt es auch, den Altersdurchschnitt bei den Helfenden von über 60 zu senken. Hedwig Erdmann, eine erfahrene Besuchsarbeiterin, schilderte, wie ihr Einsatz größtenteils mit angenehmer und positiver Resonanz verbunden ist.

Bainczyk beschrieb die Schwerpunkte der Nachbarschaftshilfe wie folgt: Bei den meisten Hilfeanfragen steht der Bedarf an hauswirtschaftlicher Unterstützung im Vordergrund, meistens verbunden mit betreuenden Anteilen. Viele ältere Menschen leben allein. Wenn jemand kommt, um im Haushalt zu unterstützen, sei die Kommunikation der älteren Menschen mit den Helfern von zentraler Wichtigkeit. Oft angefragt werden zudem Begleitdienste, zum Arzt, zum Einkaufen oder Betreuungsdienste für demenzkranke ältere Menschen, wenn die Angehörigen einfach mal ein wenig Zeit für sich benötigen. Auch stundenweise Besuchsdienste im Pflegeheim werden angeboten. Den hohen Anforderungen entsprechend sei für den Einsatz eine Schulung über 30 Stunden Voraussetzung.

Mitarbeiter treffen sich regelmäßig

Noch höher ist die Einstiegsvoraussetzung für das Ehrenamt beim Hospizverein, wie Pfarrerin Waldmann in Vertretung von Claudia Hillig erläuterte. Mehrere Seminarzeiten im Verlauf eines Jahres sind Voraussetzung, um in der anspruchsvollen Tätigkeit der Sterbebegleitung und Trauerbergleitung zum Einsatz zu kommen. Supervision und regelmäßige Treffen der Mitarbeiter dienen dem fachlichen Austausch der Erfahrungen und ihrem persönlichen Verarbeiten, erläuterte Waldmann.

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