Lahr So viele Hunde wie noch nie

In Lahr bellen so viele Hunde wie nie zuvor. Mit 1782 Vierbeinern wurde Ende vergangenen Jahres ein Rekord aufgestellt. Für 2021 wird eine neue Rekordzahl erwartet. Foto: LZ, Archiv, Goltz

Lahr - Die Lahrer kommen auf den Hund, im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt derzeit so viele angemeldete Vierbeiner wie noch nie in der Geschichte der Stadt. 1782 Tiere sind registriert. Und es werden dieses Jahr wohl noch mehr, schätzt die Stadt.

Freude in der Stadtkasse

Pandemiezeit ist Haustierzeit. Bundesweit nimmt die Zahl der Hunde, Katzen und sonstigen Heimtiere zu, die sich Bürger als Zeitvertreib zulegen. Dieser Trend greift auch in Lahr, wie Nachfragen der LZ ergaben. Schon voriges Jahr kletterte die Zahl der behördlich registrierten Hunde in der Stadt mit 1782 Tieren auf Rekordhöhe. Dies sei "ein absoluter Höchststand", erklärt die Stadt. Für das laufende Jahr rechnet das Rathaus gar nochmals mit einer weiteren Zunahme.

In den vergangenen Jahren lag die Zahl der neu angemeldeten Hunde jeweils bei deutlich unter 200. Vor drei Jahren etwa wurden noch 170 Bellos neu registriert. Im Pandemiejahr 2020 schoss diese Zahl auf 234 neue Hunde nach oben. Ganz offensichtlich haben spürbar mehr Bürger ihr Herz für die Vierbeiner entdeckt – und die Möglichkeit, mit einem Hund Corona-Beschränkungen zu umgehen und rund um die Uhr Gassi gehen zu können.

Anfang April, also nach erst rund drei Monaten im Jahr 2021, zeichnet sich ein weiterer Rekord an Hunde-Anmeldungen für die Stadt Lahr ab. Mehr als 90 Hunde wurden seit Jahresbeginn bereits angemeldet. "Es ist zu vermuten, dass das Jahr 2021 das Vorjahr noch toppen wird", heißt es von der Pressestelle der Verwaltung.

Viele Hunde, das freut vor allem auch die Stadtkasse. Dort kalkuliert man bei der Hundesteuer für das laufende Jahr mit einer Rekordeinnahme von 190 .000 Euro. In vergangenen Jahren lag diese bei plus-minus 170 000 Euro.

Jedes Tier bringt mindestens 100 Euro im Jahr für die Stadt. So viel muss man für einen Einzelhund bezahlen. Der Zweithund kostet dann schon 200 Euro und jeder weitere ebenfalls den höheren Satz. Wer zum Beispiel vier Hunde hält, bezahlt 700 Euro.

Kampfhunde kosten 600 Euro für den ersten und 1200 Euro für den zweiten Hund. Doch sie sind laut Stadt eher die Ausnahme. Von den 1782 gemeldeten Vierbeinern sind lediglich 22 als Kampfhund gelistet, also nur etwa ein Tier von 100.

Genau auflisten, welche Hunderassen am häufigsten gehalten werden, lässt sich in Lahr nicht. Noch nicht, denn seit einiger Zeit wird auch die jeweilige Hunderasse bei der Anmeldung miterfasst. In einigen Jahren wird die Statistik dann aussagekräftiger sein, erklärt die Stadt auf LZ-Nachfrage. Schon heute stehe aber fest, dass vor allem Mischlinge bei den Bürgern beliebt seien. Bei Rassehunden sei der Labrador führend. "Ansonsten sind kleine Hunde wie Yorkshire Terrier, Malteser und Chihuahua auch sehr beliebt", heißt es.

Auch im Lahrer Tierheim ist der Trend zu eher kleineren Hunden bekannt. "Am schwersten als Fundtiere zu vermitteln sind große schwarze Hunde", ist bei den Tierschützern zu erfahren. Die Bürger wollten am liebsten kleinere, helle Hunde.

Eine Rekordzahl an Hunden und an Steuereinnahmen, da sollte es doch endlich mit einem Projekt vorwärts gehen, um das in der Stadt schon seit vielen Jahren gerungen wird: die Hundewiese. Verschiedene Standorte waren dafür schon im Rennen, zuletzt wurde eine Wiese in der Vogesenstraße favorisiert.

Im Gemeinderat gab es über das Vorhaben lange Debatten, doch passiert ist seit 2015 nichts. Die Stadtverwaltung hatte vor einem Jahr zwar versprochen, dieses Thema rasch anzugehen, doch offenbar blockieren die hohen Kosten für die Umzäunung.

Jedenfalls liege diese Hundefreilauffläche weiterhin auf Eis. Ob sie in den anstehenden Haushaltsberatungen für das Jahr 2021 auf dem Plan steht? Die Lobby der steuerzahlenden Hundehalter wäre jedenfalls groß genug.

Drohung wirkt

Vor elf Jahren hatte es bereits einen ähnlichen Anstieg der offiziellen Hundezahl in Lahr gegeben. 320 Hunde wurden damals neu registriert. Doch das waren zum großen Teil wohl Hunde, die schon länger im Haus waren. Seinerzeit hatte die Stadt mit einer Postwurfsendung alle Haushalte Lahrs darüber informiert, dass Hunde anzumelden seien und ansonsten Strafen drohen würden. Es wirkte offenbar – und gab einen einmaligen Anmelderekord.

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