Lahr Droht eine weitere Zwangspause?

Die Hockeyspieler des HC Lahr (in Weiß) würden gerne an der Hallenrunde teilnehmen, die Mitte November beginnen soll. Ob es soweit kommt, ist jedoch abhängig von der Entwicklung der Corona-Situation. Foto: Künstle

Ortenau - Die Infektionszahlen in der Region steigen und bedrohen damit natürlich auch den Spielbetrieb im Amateursport. Einige Vereine wollen daher vorerst nicht mehr antreten, unterbrochen ist die Runde schon bei den Keglern und im Badminton.

Mittlerweile gehört er für viele Menschen zum Alltag

Der Blick auf die neusten Corona-Zahlen. Auch Alexander Klinkner, Präsident des Südbadischen Handballverbands (SHV), und seine Präsidiumskollegen schauen sich regelmäßig die neuen Zahlen in der Region an. Was sie zuletzt sahen, dürfte den Funktionären aller Sportarten nicht unbedingt gefallen haben.

Direkt die symbolische Flinte ins Korn werfen und die Saison zumindest vorübergehend unterbrechen, wollen die meisten Verbände jedoch noch nicht. Ein Überblick.  

Viele Handballspiele sind zuletzt ausgefallen

"Es muss unser aller Intention sein, den Spielbetrieb so lange wie möglich aufrecht zu erhalten", sagt Klinkner. Die Handballer hatten vor dem vergangenen Wochenende entschieden, den Spielbetrieb weiterlaufen zu lassen.

Kommt bei einem Spiel jedoch eine (oder beide) Mannschaften aus einer Hotspot-Region (Inzidenz-Wert über 50), kann die Partie kurzfristig und kostenfrei verlegt werden. Diese Möglichkeit nahmen am Wochenende einige Teams wahr, auf südbadischer Ebene fanden rund die Hälfte der Spiele nicht statt.

Verband empfiehlt eher Spiele ohne Zuschauer als gar keine Spiele

Ein kritischen Spielausfall-Wert, ab dem man beim SHV keinen Sinn mehr sieht, den Betrieb aufrecht zu erhalten, gibt es bislang noch nicht. "Die Saison ist noch lang und wir werden um jedes Spiel froh sein, das wir jetzt spielen", schrieb Klinkner an die Vereine.

Statt einem kompletten Handball-Lockdown empfiehlt der SHV den Verzicht auf Zuschauer, offiziell anordnen kann der Verband es jedoch nicht.   

Handball-Zwangspause im Bereich des Möglichen

Komplett vom Tisch ist eine vorübergehende Spielpause bei den Handballern keineswegs, einige Vereine haben schon angekündigt, erst wieder spielen zu wollen, wenn sich das Infektionsgeschehen wieder gebessert hat.

Am Dienstag gab etwa die HSG Ortenau Süd bekannt, dass alle HSG-Teams bis Ende November nicht am Spielbetrieb teilnehmen werden (siehe Tempogegenstoß unten auf der Seite).

Eine Pause sei also "durchaus im Bereich des Möglichen", weiß auch Klinkner. "Das wäre aus meiner Wahrnehmung heraus die nächste Stufe", so der SHV-Präsident, der selbstredend hofft, dass es soweit nicht kommen wird.    

Sportkegler pausieren, Badminton bricht ab

Diese Hoffnung dürfte er mit seinen Präsidiumskollegen aus anderen Verbänden teilen. Vor allem Hallensportarten sehen sich derzeit mit einer gewissen Unsicherheit konfrontiert. Die südbadischen Sportkegler etwa haben ihre Saison vorerst bis zum 15. November ausgesetzt und wollen die Situation dann neu bewerten.

Von der Pause bisher nicht betroffen sind die Zweitliga-Kegler des SKC Hugsweier.  Badminton-Zweitligist BC Offenburg steht dagegen vor einer langen Pause, der Spielbetrieb wurde bis Ende des Jahres ausgesetzt (siehe Lokalsport-Seite 2).  

Volleyballer können Spiele ab Inzidenz über 50 verlegen

 Beim Volleyball dagegen hat man einen ähnlichen Weg wie die Handballer gewählt. Ab einem Inzidenz-Wert von 50 dürfen Vereine einen Antrag auf Verlegung stellen, bei einem Wert von 100 sind die Staffelleiter angehalten, die Partien zu verlegen.

Partien oberhalb der Verbandsliga können dagegen dann verlegt werden, wenn beide Teams dem zustimmen – unabhängig vom Inzidenz-Wert. So wurde am Wochenende die Partie des VC Offenburg gegen Umkirch kurzfristig abgesagt.    

Auch in unteren Klassen kein Tischtennis-Doppel

Die ultimative Konsequenz – also eine Zwangspause – hat der baden-württembergische Tischtennisverband noch nicht gezogen.

Seit dem vergangenen Wochenende jedoch wird auch in den unteren Klassen kein Doppel mehr gespielt. Stattdessen finden alle Einzel statt, unabhängig davon, ob die Partie schon entschieden ist. Zuvor war diese Regelung schon für die Ligen oberhalb der Oberliga getroffen worden.   

HC Lahr will an freiwilliger Runde teilnehmen

In der zweiten Verbandsliga wollen sechs von neun Teams Hallenhockey spielen. Darunter ist auch die Mannschaft des HC Lahr, wie Trainer Jochen Bornemann berichtet. "Wir spielen auf jeden Fall", so der Coach.

Sportlich hat man einiges vor, nach dem bitteren Abstieg im Frühjahr will man direkt wieder aufsteigen. Das ist trotz der Freiwilligkeit für Vereine möglich, Absteiger wird es jedoch keine geben. Ein richtiger Fan von dieser Lösung ist Bornemann zwar nicht, "aber wir wollen, dass die Leute bei der Stange bleiben".

Und: "Spiele sind das Salz in der Suppe." Daher werde man teilnehmen. Im Jugendbereich jedoch hat der Verband den Hallen-Spielbetrieb jedoch abgesagt.   

Fußball hat den Vorteil der frischen Luft 

Im Gegensatz zu den Hallensportarten haben die Fußballer einen entscheidenden Vorteil – es wird an der freien Luft gekickt. Zuletzt wurde von vielen Vereinen die Maskenpflicht auf den Sportgeländen eingeführt, um das Infektionsrisiko weiter zu minimieren.

"Weiterhin weisen wir nachdrücklich darauf hin, dass der Hygieneschutz auch im Fußball oberste Priorität genießt", ist sich auch der Südbadische Fußballverband der Verantwortung bewusst. Man empfiehlt daher unter anderem einen "Verzicht auf sämtliche gesellige Aktivitäten vor und nach dem Spiel beziehungsweise Training".

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