Lahr Dorfgeschichte: Beispielhafte Aktion der Wylerter

Kippenheimweiler - Mit einem tollen Fest ist von Freitag bis Sonntag der ehemalige Stadick-Schopf seiner zukünftigen Bestimmung übergeben worden. Der Schopf ist künftig Veranstaltungsort für die örtlichen Vereine und Institutionen.

Vor rund 217 Jahren, als die "Weilerter" noch zur "Muttergemeinde Kippenheim" gehörten und das Dorf gerade einmal 86 Häuser mit fast 400 Einwohnern zählte, hat der viertreichste Bürger Salomon Hertenstein einen Schopf an sein bäuerliches Anwesen in der heutigen Wylerter Hauptstraße angebaut. Weil die Familie des letzten Besitzers Josef Stadick Platz für einen Neubau benötigte, sollte der halb verfallene Schopf abgerissen werden.

Der Charme des historischen Gebäudes hatte das Führungsduo des zur 650-Jahr-Feier von Kippenheimweiler gegründeten Vereins für Heimatpflege und Ortsgeschichte, Stephan Hurst und Edgar Kern, auf den Plan gerufen. Nach fachlicher Beratung durch den Zimmermeister Klemens Nowack wurde der Beschluss gefasst, das Fachwerkgebäude abzubrechen und nach einer aufwendigen Restaurierung des Eichengebälks auf der Festwiese bei der Kaiserswaldhalle wieder aufzubauen. Rund 1500 Arbeitsstunden und knapp 60 000 Euro mussten investiert werden; letzteres ist nur durch Sponsoren und die Unterstützung der Stadt Lahr möglich geworden.

Stephan Hurst hat bei der Festeröffnung das Engagement der Vereinsmitglieder, der Sponsoren aus der Geschäfts- und Vereinswelt sowie der privaten Geldgeber gewürdigt. Ein ganz besonderer Dank galt der Verwaltungsspitze und den in die Planung und Abwicklung des Projekts involvierten Fachämtern, Gremien und Entscheidungsträger. Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller würdigte den Mut der Initiatoren, der Nachwelt ein historisches Gebäude zu erhalten und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Großes Lob vom Oberbürgermeister für Verwirklichung des Schopfprojekts

Das Stadtoberhaupt sah in der Verwirklichung des Schopfprojekts eine Bestätigung der Kraft und Energie, die sowohl in der Kernstadt als auch in den Stadtteilen stecke. Müller zog vor der Leistung, die in einer beispielhaften Aktion der Gemeinsamkeit von den Initiatoren und Hobby-Handwerkern in vielen Stunden ihrer Freizeit erbracht worden ist, seinen Hut.

Der Festauftakt wurde von der kleinen Besetzung des Schützen-Musikvereins unter Joachim Volk begleitet. Bevor DJ Casi am Freitagabend Musik aus den vergangenen 40 Jahren auflegte, nahm die Laienspielgruppe Kippenheimweiler auf eine Zeitreise durch die mehr als 650-jährige Geschichte des Dorfs eingeladen.

Am Sonntagvormittag ist die Wylerter Historie noch einmal aufgeflammt. In alten Trachten ist eine "Hochzeitsgesellschaft von anno 1802" durch die Wylerter Hauptstraße zum Festplatz gezogen, um an einem ökumenischen Gottesdienst teilzunehmen und anschließend ein "Hochzeitsmahl" mit Sauerbraten oder Hirschgulasch einzunehmen. Zum Festausklang hat DJ Casi noch einmal Musik aufgelegt.

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