Lahr Die zehnte Scheune brennt

Die Brandserie scheint nicht abzureißen: Am Freitagmorgen um 4.20 Uhr stand wieder eine Scheune in Flammen – inzwischen die zehnte in der Region. Dieses Mal hat es erneut Ringsheim erwischt.

Ringsheim. Gegen 4.20 Uhr am frühen Freitagmorgen ist in der Hauptstraße in einer Scheune ein Feuer ausgebrochen. Mitten im Dorf und nicht außerhalb, wie bei den bisherigen Fällen. Sechs Minuten später traf die Feuerwehr am Lindenbrunnenplatz ein. Nur durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Gebäude verhindert werden, sagt Volker Kern, Pressesprecher der Ringsheimer Feuerwehr, gegenüber unserer Zeitung.

Etwa eine Stunde haben die rund 70 Feuerwehrleute aus Ringsheim, Lahr und Ettenheim gebraucht, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Die Bewohner umliegender Häuser mussten kurzfristig ihre Wohnungen verlassen. Verletzt wurde laut Aussagen der Polizei niemand.

Scheune mitten im Dorf wird völlig zerstört

Durch den Brand wurde die Scheune sowie darin gelagerte elektronische Geräte zerstört, sagt Jerry Clark, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Freiburg. Die Schadenshöhe und weitere Einzelheiten werden aktuell von der Ermittlungsgruppe "Scheune" untersucht, so Clark. Die Polizei Freiburg gehe davon aus, dass der neue Fall aufgrund der räumlichen und zeitlichen Nähe zur aktuellen Brandserie gezählt werden kann. Vor dem Wochenende werde es keine neuen Erkenntnisse geben, so Clark. Zunächst muss ein Gutacher und die Kriminaltechnik den Tatort untersuchen. Der Schaden dürfte jedoch in die Hunderttausende gehen.

Klar ist, dass die Scheune komplett zerstört ist, sagt Volker Kern. Sie war nach dem Brand einsturzgefährdet. Aus Sicherheitsgründen mussten die Einsatzkräfte Teile des Gebäudes abreißen.

In der Bürgerschaft herrscht Angst

Ringsheims Bürgermeister Pascal Weber lobte das "tolle und gute Zusammenspiel der Einsatzkräfte, aber auch der Einwohner". Diese hätten die Zufahrt am Lindenbrunnenplatz für die Einsatzfahrzeuge in Eigenregie freigeräumt. Weber zeigte sich bestürzt über den jüngsten Fall. "Man muss klar sagen, dass ein Angstzustand in der Bevölkerung herrscht." Vor allem beunruhige ihn die Tatsache, dass das Feuer direkt in der Ortsmitte ausgebrochen sei. Das sei eine neue Dimension, weil direkt im Zentrum auch Menschenleben in Gefahr gerieten. "Es brodelt in den Bürgern", so der Bürgermeister. Von möglicher Selbstjustiz hält er aber nach wie vor nichts. Er appelliert vielmehr an die Bevölkerung, die Polizei zu unterstützen und "einen kühlen Kopf zu bewahren".

Auch Volker Kern von der Feuerwehr hält nichts von voreiligen Schritten oder möglichen Bürgerwehr-Initiativen. Dennoch sind auch er und seine Kameraden momentan ziemlich verärgert. Seiner Wut hat er bereits vor einer Woche auf Facebook Ausdruck verliehen. Dort setzte er einen emotionalen Kommentar unter den vorherigen Ringsheimer Scheunenbrand. Damit zielte er auf den potenziellen Brandstifter ab, der "ehrenamtliche Helfer am Wochenende ihrer Freizeit beraubt" habe.

Die Polizei merkt, dass die Menschen rund um Herbolzheim verunsichert sind, sagt Jerry Clark, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Freiburg. Deshalb dürfe jetzt auch ruhig mutiger zum Telefonhörer gegriffen werden. Bürger sollen bitte direkt den Notruf unter 110 anrufen, wenn sie etwas Verdächtiges beobachten. Man sollte nicht warten und zögern. Bis jetzt sind mehr als 150 Hinweise im Polizeipräsidium eingegangen, so der Pressesprecher.

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