Lahr Die schönsten Seiten des Alemannischen

Die Autoren (vorn, von links) Anita Vogel, Moritz Müller, Wendelinus Wurth, Beate Reiner und Simone Schneider wuden vom Gitarrenduo Maik und Kai Schimpf (hinten) begleitet. Foto: Vögele Foto: Lahrer Zeitung

Reichenbach. Zum dritten Mal hat die historische Hammerschmiede in Reichenbach preisgekrönten Mundartautoren aus dem alemannischen Sprachraum eine Bühne für ihre Lesungen geboten. Veranstalter waren die Mediathek Lahr, die den Murre- Wettbewerb alljährlich ausrichtet, und der Schwarzwaldverein Reichenbach, der die Hammerschmiede an der Schutter betreut.

 

Bis zum letzten Platz war die Hammerschmiede mit ihren Zeugnissen einer rustikalen Vergangenheit besetzt. Das Gitarrenduo Kai und Maik Schimpf von der Musikschule Lahr spielte Melodien, die wie geschaffen waren für diesen Abend und die das Herz bereiteten für die folgenden Geschichten und Erzählungen. Edgar Baßler vom Schwarzwaldverein Reichenbach hieß die Zuhörer willkommen. Ulrike Derndinger, die dritte Jurorin bei der Vergabe des Murre-Preises, führte durch das Programm und steuerte zur Freude der Zuhörer einige Beiträge ­bei.

Dann erhielten die Preisträger des Murre-Wettbewerbs das Wort. Einmal mehr zeigte sich, wie abwechslungsreich die alemannische Sprache in ihren Klangbildern ist, die die Preisträger des Murre-Wettbewerbs ausbreiteten. Aus Kappelrodeck kam Anita Vogel, die zweite Preisträgerin in der Sparte Lyrik, um aus ihren Werken zu lesen. Ihre humorvollen Geschichten nahmen liebenswert so manche Gewohnheiten der Zeitgenossen aufs Korn. Der jüngste Autor, der elfjährige Schüler Moritz Müller aus Bottenau, begeisterte mit seiner wunderschönen Geschichte über die "Brunnenmütterli", die er mit jugendlichem Charme vortrug. Wendelinus Wurths Geschichten kreisten um den bäuerlichen Alltag. Der zweite Preisträger in der Sparte Prosa verortete seine Geschichten meist in der Bühler Gegend, wobei vieles um die "Bühler Zwetschgen" kreiste.

Beate Reiner aus Furtwangen, erste Preisträgerin der Sparte Lyrik, trug ihr preisgekröntes Gedicht und einige Texte vor, die den alemannischen Klangbogen um Nuancen bereicherte und das Wort "Heimat" in vielfältiger Art fühl- und erlebbar machten. Die gelang auch der ersten. Preisträgerin der Sparte Prosa, Simone Schneider aus Friesenheim. Ihre liebenswerten Erzählungen über die "Nochberi" etwa glichen Alltagsszenen aus einer versunkenen Welt, die nur noch den älteren Zuhörern zugänglich ist.

Birgit König von der Mediathek Lahr dankte allen, die zum Gelingen des Abends beigetragen haben. Der Abend, so Birgit König, habe erneut gezeigt, dass die Mundart nicht sterben dürfe.

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