Lahr Die RG Lahr bleibt optimistisch

Eugen Schell (in Rot) und seine Kollegen von der RG Lahr trainieren nach langer Zwangspause wieder – allerdings nur im Freien und ohne Körperkontakt. Foto: Künstle Foto: Lahrer Zeitung

Durch die Absage der Junioren-DM klafft in der Vereinskasse der RG Lahr ein großes Loch. Eine Crowdfunding-Aktion soll helfen. Unterdessen läuft seit einiger Zeit der Trainingsbetrieb wieder – Körperkontakt ist jedoch weiterhin tabu.

Als Vollkontaktsport ist Ringen in seiner ursprünglichen Form natürlich derzeit noch behördlich untersagt. Wann die Sportler wieder auf die Matte dürfen, ist nicht abzusehen. Das heißt aber nicht, dass man während der Corona-Pause bei der RG Lahr untätig war. Im Gegenteil.

Spenden sammeln

Durch die ersatzlose Absage der Deutschen Junioren-Meisterschaft, die eigentlich Ende April in der neuen Sporthalle im Bürgerpark stattfinden sollte, wurde ein dickes Loch in die Vereinskasse gerissen. "Diese besonders schwere Situation hat eine Kettenreaktion in unserem Verein ausgelöst, die uns verzweifeln lässt", schreibt der Verein auf einer Crowdfunding-Plattform. Hier bittet die Ringergemeinschaft um Unterstützung, insgesamt sollen bis 28. Mai 9900 Euro zusammenkommen. Nur dann bekommt der Verein das Geld. Falls nicht, gehen die bisherigen 3435 Euro an die 30 Unterstützer (Stand 19. Mai) zurück. In den restlichen Tagen der Aktion muss also noch ordentlich gespendet werden. "Die Hoffnung haben wir immer", sagt der Vorsitzende Ferrit Kellouche. Aber auch, wenn das Spendenziel nicht erreicht wird, würde der Verein nicht untergehen.

Der Trainingsbetrieb

Lange Zeit waren die Ringer zur Untätigkeit verdammt, mehr als individuelles Training war nicht drin. Nach den Lockerungen für den Breitensport läuft nun auch der RG-Trainingsbetrieb wieder an – natürlich ohne Körperkontakt und mit gebührendem Abstand. Gymnastik, Kraft und Ausdauer stehen auf dem Plan, erzählt Kellouche. "Das Training ist wieder angelaufen. Mit erheblichem Aufwand, aber es funktioniert", so der Vorsitzende. Trainiert wird im Sportzentrum an der Dammenmühle sowie am Vereinsheim auf dem "Altvater". Bei den Sportlern kommt das Angebot gut an. "Sie sind glücklich, dass sie endlich wieder etwas tun können", erzählt Kellouche.

Die Runde startet später

Der angepeilte Saisonstart am 5. September wurde am Mittwoch vom Südbadischen Ringerverbands (SBRV) kassiert. "Der geplante Termin für den Start der kommenden Runde am 5. September wird nicht möglich sein, eine Verschiebung bis mindestens 3. Oktober ist unumgänglich. Im Moment können wir noch keinen fixen Termin für den Beginn der Runde nennen, da wir erst auf weitere Vorgaben aus der Politik warten müssen. Steht ein Termin fest, wird die Runde – wie in der Terminliste geplant – starten, sodass die bereits reservierten Termine für die Sporthallen beibehalten werden können", heißt es vom SBRV. Beim Verbandsligisten aus Lahr hofft man, dass die Runde stattfinden kann. "Die Mannschaft ist nicht schlecht aufgestellt", ist Kellouche überzeugt.

Erneut eine DM ausrichten?

Auch wenn es in diesem Jahr nicht geklappt hat, will man bei der RG Lahr in der Zukunft einen neuen Versuch als Ausrichter eines Großturniers starten. Der Zeitpunkt ist allerdings noch offen, 2021 wohl eher noch nicht, so Kellouche. Aber: "Ich denke schon, dass wir da irgendwann noch mal rangehen." Erfahrungen in der Vorbereitung wurden gemacht, die Pläne liegen nun in der Schublade und die Infrastruktur ist nach wie vor da. Und es läge auch definitiv nicht im Naturell der RG Lahr, nach einem Nackenschlag durch das Coronavirus aufzugeben.

Weitere Informationen: www.toyota-crowd.de/rglahr

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