Lahr Die Planungen laufen auf allen Ebenen

Linkshänder Felix Krüger – hier in einem Spiel der HSG Konstanz vor der Corona-Pandemie – schließt sich zur neuen Saison dem Drittligisten TV Willstätt an.Foto: Wendling Foto: Lahrer Zeitung

Während gestern in Ägypten die WM gestartet ist, sind die Südbadischen Handballer zum Stillstand gezwungen. Ob sich das bald ändern wird, darf derzeit bezweifelt werden. Wenn es Mitte März nicht weitergeht, wird die Saison wohl annulliert.

"Persönlich habe ich aber nicht geglaubt, dass wir auch in der neuen Saison so unter diese Belastung kommen", hatte Alexander Klinkner, Präsident des Südbadischen Handballverbands, im LZ-Interview Mitte Dezember gesagt. Doch spätestens seit Ende Oktober, als der gesamte Amateursport in die Winterpause geschickt wurde, ist man sich beim SHV bewusst, dass auch die Saison 2020/21 auf extreme Weise von der Corona-Pandemie beeinflusst wird.

Wie sehr, das zeigt eine Mitteilung der drei baden-württembergischen Landesverbände (Südbaden, Baden und Württemberg) gemeinsam mit Handball Baden-Württemberg, zuständig für die Oberligen. In diesem Text wird offen von einer drohenden Annullierung der erst im Oktober begonnenen Saison gesprochen. "Sollte bis Mitte März kein Re-Start möglich sein, wird die Saison wohl annulliert werden müssen", heißt es darin.

Drei Wochen Training vor dem Re-Start

Gleichzeitig waren die Verbände bemüht, zu verdeutlichen, dass die Entscheidungen andere treffen. "Egal ob Verschärfungen oder Lockerungen – sie werden nicht von Verbandsverantwortlichen getroffen, sondern von Regierung (Bund und Land), Gesundheitsämtern und Kommunen", schreiben die Verbandspräsidenten. Zudem strebe man ein einheitliches Vorgehen im gesamten Bundesland an. "Das Re-Start-Wochenende soll in den 3 Verbänden und für die Oberliga-Staffeln am gleichen Termin sein", heißt es in der Mitteilung der drei Handballverbände.

Auch der Zeithorizont für den möglichen Re-Start ist klar abgesteckt. Sobald die Teams behördlich wieder Mannschaftstraining absolvieren dürften, "wollen wir drei Wochen danach den Spielbetrieb wieder aufnehmen", schreiben die Verbände. In groben Daten dürfte diese Regelung also folgendes bedeuten: Wenn nichts spätestens am 1. März wieder mit dem Training begonnen werden kann, wird die Runde 2020/21 wohl annulliert werden müssen. Das wäre allerdings natürlich das Wort-Case-Szenario.

Eine sportliche Wertung der Saison bei den Aktiven bleibt die Hauptzielsetzung des Verbands, in der Jugend hat die ordentliche und komplett neue Qualifikations-Runde für die Saison 2021/22 Priorität. Ob das jedoch gelingen kann, erscheint mittlerweile einigen Handballern äußert fraglich. Denn auch die jüngsten Äußerungen aus der Politik lassen nicht unbedingt darauf hoffen, dass im Februar wieder Mannschaftssport stattfinden kann.

Ex-Schutterwälder verstärkt TV Willstätt

Das vermutet man offensichtlich auch beim Deutschen Handballbund, der für die dritten Ligen zuständig ist. Präsidium und Vorstand des DHB haben daher am Sonntag beschlossen, dass der Spielbetrieb in den dritten Ligen sowie der Jugendbundesliga bis zum 28. Februar 2021 ausgesetzt bleibt. Davon betroffen ist in der Region der TV Willstätt.

Ungeachtet der unklaren Situation in der laufenden Runde, treibt man im Hanauerland die Planungen für die kommende Saison voran. Am Dienstag gab der Drittligist zwei Neuzugänge bekannt. Linkshänder Felix Krüger kommt vom Zweitligisten HSG Konstanz in die Ortenau und "wird nicht nur unsere rechte Rückraumseite verstärken, wo wir ja mit Petar Bubalo nur eine Linkshänderalternative bisher hatten, sondern wird auch als starker Defensivspieler unseren Innenblock in der Verteidigung noch stärker und variabler erscheinen lassen", heißt es vom TVW.

Krüger spielte bis zur B-Jugend in Alpirsbach, danach wechselte er zum TuS Schutterwald, wo er zwei Jahre – eines davon Jugendbundesliga – aktiv war. Seit 2013 steht er in Konstanz unter Vertrag.

Auch der Name des zweiten Neuzugangs ist in Willstätt nicht gänzlich unbekannt. Kreisläufer Lennart Sieck, der Bruder von TVW-Keeper Leon Sieck, "möchte sich sowohl sportlich als auch beruflich in der Ortenau weiterentwickeln" und kommt von Oberligisten Steißlingen nach Willstätt. Beide Neuzugänge haben in Willstätt Zweijahresverträge unterschrieben.

Und zumindest der Noch-Konstanzer Felix Krüger kann nach der WM-Pause wieder Spielpraxis sammeln. Denn die zweite Liga spielt bekanntlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit weiter. Ob auch die Handballer in Liga drei und abwärts in dieser Saison noch einmal ins Wettkampfgeschehen eingreifen dürfen, ist dagegen noch völlig offen.

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