Lahr Die Natur im Gereutertal braucht Unterstützung

Urte Stahl zeigte den Genossen, wo im Gereutertal etwas getan werden muss. Foto: SPD

Reichenbach (red/sl). Die Idylle im Gereutertalbach trügt: Statt klares Wasser, muntere Fische, saftige Wiesen und blühende Flora ist der Lahrer SPD auf ihrer Sommertour ein Anschauungsunterricht ganz anderer Art geboten worden. Urte Stahl von der städtischen Abteilung Öffentliches Grün und Umwelt zeigte den Genossen, wie dringend notwendig eine ökologische Aufwertung des Gereutertalbachs ist.

 

Die Umsetzung erhofft sich die Stadt, wie berichtet, durch einen positiven Bescheid durch die Stiftung Naturschutzfonds. Sie leistet Ausgleichszahlungen von 330 000 Euro an jene Gemeinden, die vom Windpark Raukasten/Steinfirst betroffen sind. "Wir sehen dem Förderantrag optimistisch entgegen", sagte Stahl aus Lahrer Sicht beim Rundgang im Gereut. Schließlich seien die ökologischen Aufwertungen im Bereich des Gereutertalbachs, die in einer Größenordnung von 265 000 Euro an vier Projekten aufgelistet wurden, bestens dargelegt und vom kommunalen Planungsbüro Endura begleitet worden.

Was von Stahl im Umweltausschuss und Ortschaftsrat Reichenbach in der vergangenen Woche bereits ausführlich dargelegt wurde, bot sich nun für die Lahrer Sozialdemokraten als praktischer Anschauungsunterricht erster Güte. "Jetzt habe ich kapiert, dass sogar mehrere Pakete an Maßnahmen notwendig sind, die Natur auszugleichen", sagte Stadt- und Ortschaftsrat Hermann Kleinschmidt am Ende der rund einstündigen "Tour d’horizon".

Teilnehmer stellen fest, dass die Idylle täuscht

Dass die Idylle bisher täuschte, war auch die Auffassung von Walter Caroli, der auf dem Rundgang mit Urte Stahl davon überzeugt wurde, dass der Gereutertalbach ein hohes Potenzial an ökologischer Aufwertung besitze. So sei der Nährstoffeintrag des Gewässers, das in die Schutter mündet, beträchtlich, sagte Stahl. Sie hatte im Gepäck nicht nur die verschiedenen Lagekarten der vier Maßnahmenbereiche, sondern auch jede Menge Zahlen, Fakten und Analysen, die zeigten, dass ein Handeln dringend notwendig ist. Summa summarum ging es um Bauvorhaben inklusive Erstpflege von rund 160 000 Euro, um laufende Planungskosten von rund 200 000 Euro, um Kosten für Grunderwerb und vieles mehr. Die beantragten Fördermittel haben ein Volumen von 238 860 Euro, so Stahl.

Besonders negativ fiel die Bewertung von Stahl an einem Wehr auf, das sich inmitten eines Wäldchens auf dem Golfplatz befindet. Die Vertreterin der Verwaltung zeigte auf, wie das Wehr die Wanderbewegungen von Fischen und Kleinlebewesen vom Ober- zum Unterlauf verhindert. Kern der Maßnahme, für die sich die Stadt Geld vom Naturschutzfonds erhofft, sei die geplante Durchlässigkeit des Wasserlaufs. Angedacht seien eine Fisch-Rampe, die Abflachung der Uferböschung sowie die Renaturierung eines begradigten, teilweise betonierten Abschnitts auf einer Länge von rund 500 Metern. Kosten allein für dieses Paket: 65 000 Euro.

Im Blickpunkt standen auch die angrenzenden Fischteiche auf dem Golfplatzgelände, die nicht mehr benutzt werden und durch das Aufwertungspaket in ein Feuchtbiotop umgewandelt werden könnten. "Wir sind dazu bereit, hierzu Gelände zu erwerben", sagte Stahl auf der SPD-Tour durch Flora und Fauna. Denn: Für die Umsetzung werden Gewässerrandstreifen benötigt, so Stahl, außerdem das Flurstück mit den Fischteichen. Erste Gespräche mit den Eigentümern habe es bereits gegeben, sagte Stahl.

Ein weiterer Dorn im Auge war ihr auch ein Gewässerrandstreifen entlang des Gereutertalbachs, auf dem sich der gefürchtete Japan-Wiesenknöterich ausgebreitet hat. Letztlich nannte Stahl ein weiteres Modul für eine ökologische Aufwertung: Dies betraf die Instandsetzung des Steinfirstbrunnens im Quellbereich.

"Wir unterstützen die Vorhaben", betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende Roland Hirsch. "Unabhängig, wie der Förderantrag ausgeht." Ein Bescheid wird frühestens im April 2018 erwartet.

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