Lahr Die Hoffnung ruht auf dem Spätjahr

Der Lahrer Adrian Obert will Mitte Oktober bei Turnieren wieder durchstarten.Foto: Heck Foto: Lahrer Zeitung

"Es gab kein festes Ziel, ich habe nicht mit 100 Prozent trainiert", sagt der Lahrer Adrian Obert über die zurückliegenden Wochen. In der nächsten Zeit bereitet er sich das Spätjahr vor und hofft, dass die Turniere wirklich stattfinden können.

Mit den US Open, die in Sachen Corona überraschend geräuscharm über die Bühne gegangen sind, ist das internationale Tennis endgültig zurück im Wettkampfmodus. Natürlich saß auch der Lahrer Profi Adrian Obert vor dem Fernseher, als Alexander Zverev und Co. in New York den gelben Filzball über das Netz jagten. Für Obert selbst jedoch ist die Saison, die seit Mitte August zumindest etwas an Fahrt aufgenommen hat, weit weniger planbar als für die Besten der Welt, die sich keine Gedanken über die Meldung von Turnieren machen müssen.

Schwere Gegner

Eigentlich wollte Obert, der für den TC BW Oberweier in der zweiten Liga spielt, schon Mitte August wieder bei Turnieren aufschlagen. Kurzfristig wurden diese jedoch abgesagt. Sein Auftakt war daher erst in Caslano (Schweiz) Anfang September. Dort musste Obert – derzeit auf Rang 640 (Stand 14.9.) der Weltrangliste geführt – in die Qualifikation. Denn weil die US Open nur ein Hauptfeld angeboten hatten, gingen die eigentlichen Qualifikanten zu Turnieren eine Klasse weiter unten – die Leidtragenden waren die Teilnehmer der Future-Turniere. "Mit meiner Platzierung wäre ich normalerweise im Hauptfeld wahrscheinlich sogar gesetzt gewesen", sagt Obert, der in Stuttgart trainiert.

Kein festes Ziel gehabt

Doch normal ist während der Corona-Saison wenig. Und so traf er in der zweiten Runde der Quali auf den Italiener Riccardo Balzerani, der auf Platz 525 der Weltrangliste steht. Mit 5:7 und 6:7 zog Obert den Kürzeren und entschied sich nach dem Turnier, noch mal bis Oktober zu pausieren. Denn die Wochen davor, als einige Turniere kurzfristig abgesagt wurden, habe er sich im Training schwer getan. "Es gibt kein festes Ziel, ich habe nicht mit 100 Prozent trainiert", sagt Obert.

Oktober wieder angreifen

Das soll im September jedoch anders werden, Oberts Plan sieht vor, Mitte Oktober bei einem Turnier in Doha wieder an den Start zu gehen. Bis dahin will er wieder seine Wettkampfform finden und hofft gleichzeitig, "dass im Oktober die Turniere stattfinden". Wie dieses Veranstaltungen in Corona-Zeiten ablaufen, hat er bereits in der Schweiz erlebt. Die Spieler durften nicht ins Clubhaus und bevor sie die Anlage betraten, wurde Fieber gemessen. "Es war zäh", fasst Obert zusammen. Doch anders geht es wohl die nächsten Monate nicht. Zumindest die Atmosphäre ohne viele Zuschauer, die bei den US Open beim Zuschauer Obert für ein "anderes Feeling" sorgte, ist ihm aber nicht neu. Denn auch normalerweise ist bei den Future-Turnieren die Zuschaueranzahl überschaubar.

Hoffen auf zweite Liga

Unter welchen Bedingungen im kommenden Jahr die zweite Bundesliga in Oberweier stattfinden wird, ist dagegen noch völlig offen. "Ich hoffe auf jeden Fall, dass die Runde stattfindet", sagt Obert. 2020 wurde die Liga ersatzlos gestrichen. "Vielleicht zu früh", wie Obert rückblickend sagt.

"Das Positive sehen"

Jetzt aber schaut er nach vorne, den Kopf will er nicht in den Sand stecken. "Klar ist es schwer – aber so geht es jedem", sagt Obert. "Ich muss ja das Positive sehen." Dazu gehört auch die Hoffnung, im Oktober wieder bei Turnieren in aller Welt aufschlagen zu können.

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