Lahr Die ersten Verbände ziehen einen Schlussstrich

Pause verlängern oder Saison komplett abbrechen? Vor dieser Frage stehen derzeit viele Verbandsfunktionäre. In manchen Verbänden wurde der Spielbetrieb bereits komplett eingestellt, andere Sportarten warten mit dieser Entscheidung noch.

Weder Trainings- noch Spielbetrieb möglich

Auch im neuen Jahr sorgt die Corona-Pandemie im Amateursport für Stillstand, bis mindestens 31. Januar ist weder Trainings- noch Spielbetrieb möglich. Wie es danach weitergeht, ist offen – vieles deutet allerdings auf eine Verlängerung des Lockdowns hin, auch der Sport wäre dann betroffen. Unabhängig von der bald erwarteten Entscheidung, haben die ersten Verbände bereits Tatsachen geschaffen und die Runde abgesagt beziehungsweise die Pause verlängert. Ein Überblick über die Lage in den verschiedenen Sportarten.

Fußball

Bereits Anfang Dezember hat der Südbadische Fußballerverband (SBFV) den Modus geändert: Große Staffeln ab 15 Teams werden nach der Hinrunde in Meister- und Abstiegsrunde geteilt. So soll der Spielplan entzerrt werden. Wann es weitergehen soll, ist derzeit noch offen. Der SBFV betonte in seiner Mitteilung, dass dies von den behördlichen Verfügungen abhängig ist. Einen Notfall-Plan gibt es bereits: "Sollte die Saison dennoch nicht bis zum 30. Juni zu Ende gespielt werden können, wird die Spielzeit vorzeitig beendet und die Abschlusstabellen mittels Quotientenverfahren ermittelt", so der SBFV. Dazu müsste aber wohl zumindest die Hinrunde komplett gespielt werden – dafür müssen in den meisten Ligen noch mindestens sechs Spieltage durchgeführt werden.

Handball

Im Gegensatz zum Fußball haben Südbadens Handballer erst Anfang Oktober die neue Runde gestartet. Maximal vier Spieltage wurden bislang absolviert. Der Südbadische Handballverband (SHV) hat daher Mitte März als den spätest möglichen Re-Start-Termin bekannte gegeben, ansonsten werde man die Saison wohl annullieren müssen. Da man den Teams drei Wochen Vorbereitungszeit einräumen will, muss also spätestens zum 1. März wieder Mannschaftstraining möglich sein.

Tischtennis

Der Verband Tischtennis Baden-Württemberg hatte schon vor Weihnachten geahnt, dass im Januar kein Sport möglich sein wird. Daher hat das TTBW-Präsidium entschieden, "den Spielbetrieb bis einschließlich 28. Februar auszusetzen". Der zeitliche Rahmen der Saison wird daher ausgeweitet, vier zusätzliche Spieltage zwischen 24. April und 16. Mai werden angefügt. Offen ist ebenfalls noch, wann die Teams ab der Oberliga wieder ins Geschehen eingreifen werden.

Hockey

Im Dezember noch hatte man beim HC Lahr die leise Hoffnung, in der Hallenrunde den bitteren Abstieg aus der Vorsaison vergessen zu machen. Doch daraus wird nichts, im Hockeyverband Baden-Württemberg wird kein Spielbetrieb stattfinden, informierte der Verband Mitte Dezember. Eine Abfrage unter den spielwilligen Vereinen habe ergeben, "dass ein Großteil dieser Mannschaften inzwischen auch von der freiwillig geäußerten Meldung Abstand genommen hat", so der Verband. In keiner Spielklasse war dann noch eine ausreichende Anzahl an spielbereiten Mannschaften vorhanden, weshalb der HC Lahr erst wieder in der Feldrunde aktiv werden wird.

Volleyball

Nur einen Satz brauchte der Deutsche Volleyballverband, um die Planungen auf den neusten Stand zu bringen. "Mit der Verlängerung des Lockdowns durch die Politik bis 31. Januar setzen die DVV-Ligen für diesen Zeitraum weiter aus", heißt es auf der Homepage. Die Drittliga-Volleyballerinnen des VC Offenburg müssen also weiter warten. Klar ist bereits, dass die Saison nach der Hinrunde beendet wird – wenn sie denn überhaupt noch mal gestartet werden kann.

Sportkegeln

Am Mittwoch hat die Bundesliga-Kommission des Deutschen Classic-Kegler Union (DCU) entschieden, die bislang unterbrochene Saison mit sofortiger Wirkung abzubrechen. Davon betroffen sind die Zweitliga-Kegler des SKC Hugsweier, deren Runde damit beendet ist. "Es erfolgt keine sportliche Wertung der begonnenen Saison", heißt es vom Verband. Auch der Deutsche Keglerverband Classic (DKBC) hat die Bundesligen abgebrochen, in Südbaden wurde die Runde ebenfalls annulliert. Eine Fortsetzung auf freiwilliger Basis wäre unter Umständen denkbar und ist abhängig vom Infektionsgeschehen sowie den behördlichen Verfügungen.

Tennis

Seit Mitte Dezember sind in Baden-Württemberg die Tennishallen geschlossen. Beim Badischen Tennisverband ist man darüber alles andere als glücklich. In einem Schreiben an die Landesregierung kritisiert man mangelnde Dialogbereitschaft und fordert die baldige Öffnung der Tennishallen. Dabei wird auch darauf verwiesen, dass in anderen Bundesländer (zum Beispiel Hessen) Tennis in der Halle weiterhin möglich ist, sogar mit zwei Personen pro Feld. Schon vor der Schließung waren in Baden-Württemberg nur zwei Personen pro Halle erlaubt gewesen. Auch hierüber hatte der Verband sein Unverständnis geäußert.

  • Bewertung
    1