Lahr Der Zirkus Nock kämpft ums Überleben

Zirkuschef Manuel Schickler wurde im Sommer 2016 bei einem Sturz schwer verletzt. Inzwischen ist er wieder soweit genesen, dass der Zirkusbetrieb weitergehen kann. Foto: Zirkus

Lahr. Der kleine Familienzirkus Nock macht in der Zeit vom 22. Dezember bis zum 7. Januar auf dem Flugplatzgelände in der Rainer-Haungs-Straße/Ersteinallee Station. Damit bieten Manuel Schick­ler und Joanna Nock nach dem schweren Unfall des vergangenen Jahres erstmals einen Weihnachtszirkus an.

Im Sommer 2016 war Zirkuschef Manuel Schickler beim Aufbau des Zirkuszelts neben der Haslacher B 33 abgestürzt und hatte sich schwere Kopfverletzungen und Knochenbrüche zugezogen. Damals stand Joanna Nock kurz vor der Geburt ihres dritten Kindes. Lange wusste die Familie nicht, ob der wenige Monate zuvor übernommene Zirkusbetrieb weitergeführt werden kann und mit welchen finanziellen Mitteln der Lebensunterhalt bestritten werden soll. Aufgrund der großen Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung des Kinzigtals und dank der Stadt Haslach überwinterte der Zirkus auf dem Platz neben der Bundesstraße.

Im April starteten Joanna Nock und Manuel Schickler in die neue Saison, die sich alles andere als einfach erwies. "Es war sehr schwer, geeignete Plätze zu finden – und eigentlich ist es das immer noch", erzählt Joanna Nock. Doch nicht nur die Plätze machten zu schaffen, oft fehlte es auch an Publikum. Trotzdem habe es zum Überleben gereicht, positive Bewertungen in den sozialen Netzwerken hätten geholfen. Im Sommer musste aufgrund der Hitze und daraus resultierenden wenigen Besuchern eine Sommerpause eingelegt werden, ein Verkehrsunfall der Kinder stellte die Familie vor neue Herausforderungen.

Den Kindern gehe es mittlerweile wieder gut, nach der Sommerpause seien Vorführungen auf Plätzen entlang der Schweizer Grenze gegeben worden. Jeder eingenommene Euro werde in den Zirkus investiert, für den ersten Weihnachtszirkus in Lahr seien die ersten Artisten engagiert worden. Denn für die Zirkusfamilie steht seit Anfang an die Varieté-Show im Mittelpunkt, den Auftritt von Tieren in der Manege lehnen sie grundsätzlich ab. Vorstellungen gibt es vom 22. Dezember bis zum 7. Januar täglich um 16 Uhr, an Heilig Abend wird das Zirkuszelt nur um 14 Uhr geöffnet. An Neujahr gibt es keine Vorstellung.

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