Lahr Der Schatz im Hohbergsee

Lahr - Der Hohbergsee und das Naturerbe auf dem Langenhard sind leuchtende Vorbilder. Rita Schwarzelühr-Sutter, Staatssekretärin im Berliner Umweltministerium, hat sich am Samstag über die Arbeit des Lahrer Nabu informiert.

Udo Baum, Vorsitzender des Lahrer Naturschutzbundes (Nabu), und Vorstand Walter Caroli stellten bei der Visite der SPD-Bundestagsabgeordneten aus Waldshut die Arbeit des Lahrer Vereins kurz vor. Karl-Rainer Kopf, der Kreisvorsitzende der SPD, hatte das Treffen arrangiert. Die Bilanz: Der Erhalt der Artenvielfalt gehört genauso wie der Klima- und der Umweltschutz zu den wichtigsten Herausforderungen der Zukunft.

Caroli präsentierte kurz die Geschichte des Hohbergsees samt der Anekdote, dass das vor etwa 100 Jahren künstlich geschaffene Ausflugsziel einen Schatz beherbergen würde. Auf der Insel inmitten des Gewässers hätte ein Orchester die Gäste des damals beliebten Ausflugsziels unterhalten. Einmal sei das Boot der Musiker auf der Rückfahrt samt der Einnahmen gekentert. Der Schatz sei bis heute nicht gehoben worden.

Im Ernst stellte Caroli dann die Bedeutung des heutigen Biotops vor. So würden Amphibien regelmäßig vom Langenhard den Weg zum Laichen am Anfang des Frühlings hierher machen. Dazu hat der Nabu vor Jahren ein Leitsystem geschaffen, dass den Tieren den Weg aus dem Wald an den See und später dem Nachwuchs wieder zurück weisen würde.

Da derzeit durch Bauarbeiten das System nicht funktionieren würde, haben einige der insgesamt 1700 Mitglieder die Aufgabe, die Tiere an bestimmten Fallen einzusammeln und an den See zu bringen. Bei der Gelegenheit betonte Caroli die Bedeutung des Erhalts der Artenvielfalt. Das sei neben Klima- und Umweltschutz die "zentrale Aufgabe für die Zukunft".

Seit dem Jahr 2012 ist der Langenhard, das ehemalige Übungsgeländes der kanadischen Streitkräfte, das nationale Kulturerbe Langenhard. Auch hier hat sich der Lahrer Nabu ehrenamtlich engagiert. Caroli verwies bei der Gelegenheit auf den jetzt sichtbaren Erfolg der Beweidung der Weiden und des Waldes mit den Hinterwäldern auf dem Höhenzug zwischen der Stadt Lahr, dem Ortsteil Sulz und dem Schuttertal.

Baum ergänzte mit praktischen Beispielen, welche Verluste es an Artenvielfalt in den vergangenen Jahren gegeben hat. So habe der Insektenbestand am Hohbergsee in den vergangenen sechs bis sieben Jahren "rapide abgenommen". Er habe dort vor fünf Jahren zuletzt ein Pfauenauge gesehen.

Die Staatssekretärin lobte ausdrücklich die ehrenamtliche Arbeit der vielen Mitglieder des Lahrer Ortsvereins. "Das Engagement und der Einsatz sind nicht selbstverständlich." Daher sei es aber wichtig, dass es Menschen geben würde, die gerade diese Herausforderungen annehmen.

Der Hohbergsee entstand im Jahre 1897 am Rande von Lahr, da an dieser Stelle Erde für die Herstellung von Backsteinen für die Kasernenbauten ausgehoben wurde. Der "Fischerknab" war schon damals ein beliebtes Ausflugsziel. Ein dort entstandenes Hotel am See wurde 1945 von Bomben getroffen. 1999 endete die gastronomische Ära des Hohbergsees. 1995 erwarb der Nabu Lahr einen Teil des Seeareals, um es als Naturdenkmal dem Amphibienschutz zu widmen.

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