Lahr Der Radweg soll Realität werden

Zwischen Hugsweier und der B 3 soll bald ein Radweg entstehen. Die Einzelheiten dazu werden noch geplant. Foto: Mühl

Hugsweier - Der lang erhoffte Radweg zwischen Hugsweier und der B 3 wird verwirklicht. Entsprechende Realisierungspläne wurden im Ortschaftsrat dargestellt. Die Maßnahme wird nun – anders als in der Ausgangslage dargestellt – vom übergeordneten Ausbau der Rheintalbahn abgekoppelt umgesetzt, erläuterte Roland Gässler, Leiter für Straßenbau beim Landratsamt.

Sanierung der Brücke als Baustein des Radwegs

Der Radweg, der laut Gässler "die bisherige Trampelpfad-Situation auflösen wird", kreuzt die marode Bahnbrücke bei Hugsweier. Mittlerweile sei man überein gekommen, eine Komplettsanierung vorzunehmen. "In den kommenden 15 bis 20 Jahren wird sich etwas tun, bis dahin wird die Brücke noch bestehen bleiben. Die Bahn wird bis dahin nichts unternehmen", prognostizierte Gässler.

Die Sanierung der Brücke sei als Baustein des Radwegs für den Zeitraum zwischen Herbst 2021 und Frühjahr 2022 vorgesehen. Rund 44.000 Euro soll die Maßnahme kosten, daran beteiligen wollen sich das Land mit 50 Prozent Zuschuss-Mitteln und der Kreis mit 30 Prozent. Die restlichen 20 Prozent trägt die Stadt Lahr.

Der Radweg im Brückenbereich sei laut Gässler durchaus knifflig. Die südliche Brückenkappe soll unter anderem verbreitert werden. Seitens der Radfahrer werden Kompromisse gefragt sein, kündigte er an. Aus Gründen der Statik, aber auch in Kontext der finanziellen Verhältnismäßigkeit, werde es nicht möglich sein, einen Rad- und Fußweg von 2,50 Metern Breite zu schaffen. Bei 1,80 Metern Breite müssten Radfahrer für eine kurze Wegstrecke absteigen und ihren Drahtesel schieben. Wenn die Arbeiten im Gange sind, soll die Fahrbahn halbseitig gesperrt und eine Ampel aufgestellt werden. Die Einzelheiten in Bezug auf die Fahrradfahrer seien noch auszuarbeiten.

Biotope auf beiden Seiten bleiben vollständig erhalten

Wie Planerin Katharina Ernst vom Straßenbauamt darstellte, soll der Radweg entlang der K 5339 auf einer Länge von rund 550 Metern an der Südseite entstehen. Auf der Südseite bestehen im weiteren Verlauf bereits eine Querungshilfe, ebenso der Weg in Richtung Friedhof. Alleine schon der Ausgleich der Höhenunterschiede sei bei dem Bau des Radwegs nicht so einfach.

Ernst stellte anhand von Planskizzen dar, dass straßenparallel 1,25 Meter breite Sicherheitsstraßen angelegt werden. Auch eine Leitplanke sei notwendig. Ein Stahlzaun in Richtung Böschung soll als Schutz für Radfahrer dienen.

Für das Thema Naturschutz entfällt ein Kostenanteil von 100.000 Euro. Ernst führte aus, dass die Biotope auf beiden Seiten vollständig erhalten bleiben müssten. Die Bäume, die gefällt werden müssen, werden ersetzt, der Großteil der Alleebäume soll erhalten bleiben.

Da verschiedene Reptilienarten in dem Areal leben, wurden Reptilien-Schutzzäune errichtet und unter anderem Fledermauskästen aufgehängt. Zum Zeitplan merkte Katharina Ernst an, dass die restlichen Vergrämungsmaßnahmen bis Mai 2021 abgeschlossen werden sollen. Ersatzpflanzungen seien im Herbst 2021 geplant, die Sanierung der Bahnbrücke zwischen Herbst 2021 und Frühjahr 2022.