Lahr Wandern mit der LZ: Der Langenhard hat viel zu bieten

Lahr - Der Langenhard gilt neben dem Schutterlindenberg als Lahrer Hausberg. Bei der LZ-Leserwanderung am Freitag zeigten Hans Schmidt vom Schwarzwaldverein und der Landwirt Bernd Schmieder, was der Berg zu bieten hat.

Bei der dritten Tour im Rahmen der Wandertage, zu den die Lahrer Zeitung und der Schwarzwaldverein jeweils freitags im August einladen, waren rund 20 Teilnehmer dabei, die in vier Stunden – mit einer längeren Rast – den Weg von zehn Kilometern bewältigten. Das Wetter war dafür ideal. Es war trocken, aber nicht zu heiß. Der Start war am Wanderparkplatz am Hohbergsee. Der Weg führe durch das Bombacher Tal aufwärts mit einer Führung über den Schmiederhof, vorbei am Freizeithof, mit Einkehr im Gasthaus Eiche und zurück über den Rotebuckweg. Schmidt hielt an einigen Stellen unterwegs und hatte da einiges zu erzählen.

Der Schmiederhof auf dem Langenhard stammt aus dem 16. Jahrhundert. Bernd Schmieder ist heute Vollerwerbslandwirt. Er bewirtschaftet etwa 60 Hektar Fläche. Der Hof hält Schweine und Rinder, und ab dem kommenden Jahr wird Schmieder sogenannte "Hinterwälder" von März bis Oktober auf dem Gebiet des Naturerbes Lan­genhard weiden lassen (wir haben berichtet).

Die trittfesten, relativ zierlichen Rinder, derzeit im Stall, waren für die Kinder, die bei der Wanderung dabei waren, eine Sensation. Sie ließen sich mit Stroh füttern und sogar anfassen. Insgesamt hält Schmieder etwa 100 Rinder neben den Hinterwäldern, die auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz auch helfen sollen, die Landschaft offen zu halten.

Es gibt natürlich Katzen und Hunde auf dem Schmiederhof. Die jungen Kätzchen, im Mai auf die Welt gekommen, waren neben den Hinterwäldern die andere Sensation – für alle Katzenliebhaber und Labrador Bella. Die gehörte zur Wandergruppe und die jungen Katzen, die einen eigenen Hund auf dem Hof gewöhnt sind, waren da recht neugierig.

Rinder und Schweine für die Fleischerzeugung

Wie schnell Katzen in dem Alter das Hasenpanier ergreifen können, musste die nicht minder neugierige Bella mehrfach erfahren. Die Schweine, die in einem offenen Stall gehalten werden, waren ebenfalls neugierig und ließen das mitunter sehr lautstark auch vernehmen. Auf jeden Fall waren die vielen fremden Gerüche für die Schweine sicher sehr spannend. Was den Geruchssinn angeht, übertreffen Schweine Hunde bekanntlich.

Schmieder stellte den Hof und die Arbeit des Vollerwerbslandwirts vor. Es gibt 35 Mutterkühe, die für die Aufzucht verwendet würden. Milchwirtschaft hat die Familie vor Jahren aufgegeben. Die gezüchteten Rinder und Schweine dienen zur Fleischerzeugung. Schmieder schlachtet die Tiere selbst im Schlachthof der Erzeugergemeinschaft "Weideland" in Wittelbach. Die Verarbeitung gibt er ab. Die fertigen Produkte verkauft er im eigenen Hofladen. Das Konzept, dass er als Erzeuger weiß, wie die Tier gehalten werden – samt der späteren Selbstvermarktung – geht auf. Schmieder, gelernter Kfz-Mechaniker und Karosseriebauer, ist erst später auf den Beruf des Vollerwerbslandwirts umgestiegen. Ein Vorteil: Die extensive Bewirtschaftung erfordert einen entsprechenden Maschinenpark. Da ist mitunter der Kfz-Mechaniker gefragt. Sein Sohn, ergänzte Schmieder auf Nachfrage, mache derzeit eine Ausbildung zum Landmaschinen-Mechatroniker.

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