Lahr Der Baubeginn auf dem Altenberg rückt näher

So soll es künftig auf dem Areal aussehen: Rechts das Thaeder-Haus, links das frühere Reichswaisenhaus, dazwischen neue Wohngebäude. Grafik: Archiv

Lahr - Die umstrittene Bebauung auf dem Altenberg hat eine weitere Hürde genommen: Der Technische Ausschuss hat am Mittwoch grünes Licht für den Entwurf des Bebauungsplans gegeben.

Die Änderung des Bebauungsplans Altenberg ist Grundlage dafür, dass das Areal des ehemaligen Reichswaisenhauses bebaut werden kann. Die Planungen waren wegen des Bürgerentscheids gestoppt worden und nach dessen Scheitern wieder aufgenommen worden. Der Technische Ausschuss stimmte mit elf gegen zwei Stimmen, die von Grünen stammten, dem Entwurf für die Bebauungsplanänderung zu. Klaus Schwarzwälder (Freie Wähler) enthielt sich Wenn auch der Gemeinderat zustimmt, könnte alles ganz schnell gehen: Noch in diesem Jahr könnte der Investor, die Baden-Badener Firma Bauwert, loslegen.

> Planung: Auf dem Altenberg, dem 63 260 Quadmeter großen Gelände des früheren Reichswaisenhauses, sollen 139 Wohnungen entstehen. Zum einen sollen die beiden Bestandsgebäude umgebaut werden, zum anderen sollen acht Mehrfamilienhäuser und eine Kindertagesstätte mit drei Gruppen entstehen. Die Bebauung in der unteren Ebene Bürklinstraße umfasst zwei Doppelhäuser und 14 Einzelhäuser, die einzeln vermarktet werden sollen. Beide Ebenen sollen durch Planstraßen erschlossen werden. Im Rahmen der anstehenden Kanalsanierung in den kommenden Jahren soll die Altvaterstraße verbreitert werden.  

> Gutachten: Laut der schalltechnischen Untersuchung werden innerhalb des Gebiets die "Orientierungswerte" überschritten. Laut Stadtverwaltung sind Schutzmaßnahmen gegen den Verkehrslärm erforderlich. Bei der Altvaterstraße gebe es "wesentliche Erhöhungen der Lärmpegel". Laut dem Büro Faktorgrün gibt es durch die geplante Bebauung "nur sehr geringe Veränderungen" bei der notwendigen Durchlüftung der Stadt, die der Wind aus Richtung Schuttertal bringt.  

> Gestaltung: Ein Gestaltungshandbuch soll eine einheitliche Bebauung gewährleisten. Allerdings sind das "wünschenswerte Gestaltungsempfehlungen ohne rechtliche Bindungswirkung", so die Stadtverwaltung. Der städtebauliche Vertrag wird derzeit noch rechtlich abgestimmt.  

> Pestizide: Walter Caroli (SPD) wollte wissen, ob die Hinweise stimmen, dass auf der artenschutzrechtlichen Ausgleichsfläche, die wegen der Schlingnattern geschaffen wurde, "Gift" eingesetzt wurde. Das Büro Faktorgrün bestätigte, dass auf der Fläche der unerwünschte Japanische Staudenknöterich aufgetreten und deshalb Pestizide zur Bekämpfung eingesetzt worden seien. Der Kommentar Carolis: "In seinem solchen Gebiet ist der Einsatz von Pestiziden ein Unding, zumal die Anwohner nicht informiert worden sind."

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