Lahr Das Verständnis für Besuchsverbot ist groß

Bewohner von Pflegeheimen können zur Zeit nicht besucht werden. Foto: Schmidt

Lahr - Die Einschränkungen durch das Coronavirus betreffen in sehr hohem Maße auch die Alten- und Pflegeheime. Dazu gehört auch, dass Besuche der Bewohner nicht mehr möglich sind.

Mehr Hygiene, weniger Kontakte 

Darauf weisen die Heime wie beispielsweise das Caritashaus St. Elisabeth und das Pflege-Centrum Kenk auch auf ihren Webseiten hin. Insgesamt bedeuten die Maßnahmen eine erhöhte Aufmerksamkeit im Bereich der Hygiene und für die Bewohner weniger soziale Kontakte. Die Lahrer Zeitung hat sich in Pflegeheimen umgehört.

Der Caritas-Verband Lahr: Mirko Poetzsch, Vorstand, informiert darüber, dass in den Caritas-Pflegeheimen zusätzliche Desinfektionsspender aufgestellt wurden und die Mitarbeiter bereits seit einigen Wochen in Hinblick auf die Coronavirus-Situation geschult werden.

"Geschult haben wir, neben dem Pflegepersonal, auch die Mitarbeiter in der Reinigung, der Küche, der Haustechnik und der Verwaltung. Zudem haben wir Verhaltensregeln entwickelt, um die Ansteckungsgefahr weiter einzudämmen", so Poetzsch.

Bewohner auf die Situation vorbereitet

Mit den Bewohnern werde intensiv kommuniziert, sie seien auf die Situation vorbereitet worden. Das Verständnis seitens der Bewohner und der Angehörigen für die Besuchsverbote sei da, auch wenn sich die Angehörigen natürlich Sorgen machen.

Der wegfallende Besuch werde, soweit möglich, kompensiert. "Die Entwicklung der Lage wird sich erst noch zeigen. Man wird sehen, wie sich die Maßnahmen der Bundesregierung und der Landesregierung auf die Infektionsraten auswirken werden. Wichtig ist aus unserer Sicht, dass wir versuchen müssen, das Möglichste zu tun, um unsere Bewohner zu schützen", betont Poetzsch.    Haus

St. Elisabeth in Lahr: Bernhard Krämer, Pflegedienstleiter, teilt mit, dass alle Angehörigen der Bewohner ersten Grades schriftlich oder telefonisch über das Besuchsverbot informiert wurden. "Klar gibt es da Bedauern, aber das Verständnis ist bei allen Angehörigen da." Für die Bewohner selber sei "das schon schlimm", aber auch sie hätten Verständnis, sofern sie in Lage seien, die Situation kognitiv zu begreifen.

Das Unterhaltungsprogramm in den einzelnen Abteilungen wird möglichst aufrechterhalten, zumal das Personal vollkommen einsetzbar sei. "Jeder ist bereit, einzuspringen", so Krämer. Bisher sei das jedoch noch nicht notwendig. Urlaub und Freizeit sind im Moment noch im gewohnten Rahmen möglich und die Erholungsphasen sind nötig. Pflegeschüler nutzen ihre jetzt schulfreien Tage als Lerntage.  

Haus im Münchtal in Lahr: Reinhard Buchner, Leiter des Hauses, legt Wert darauf, dass immer wieder und kontinuierlich geschult wird. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Versorgung beispielsweise mit Desinfektionsmitteln, Seife und Mundschutz aufrecht zu erhalten. Bislang sind wir diesbezüglich gut aufgestellt, gehen aber eher von einem Mittel- oder gar Langstreckenlauf und damit von einer bleibenden Herausforderung aus."

Die Mitarbeiter tragen während der ganzen Arbeitszeit alle Mundschutz und Brille. Die Mundschutze hat das Haus selbst nähen lassen. Es sei für die Bewohner allerdings gewöhnungsbedürftig die Mitarbeiter so zu sehen. Es gebe keine Infizierten in den Einrichtungen der Aczepta-Gruppe zu der das Haus gehört, so Buchner Die Bewohner verlassen die Einrichtung kaum, das Virus könne nur von außen hereingetragen werden, also durch Mitarbeiter oder Lieferanten. Dieses Risiko sei durch Vorsichtsmaßnahmen aber sehr gering.

Ältere Menschen weniger beunruhigt als Angehörige 

Er hat festgestellt, dass die meisten alten Menschen das Thema Corona weniger beunruhigt als die Angehörigen. "Das Verständnis für die Besuchsverbote ist gegeben", so Buchner. Es sei kein Thema mehr. Der Wegfall beziehungsweise die Reduktion von emotionaler Ansprache sieht Buchner für manchen Bewohner als Problem. Es werde versucht, das durch eine kontinuierliche personelle Besetzung der sozialen Betreuung abzumildern.

"Um die Versorgung der Bewohner sicherstellen zu können, ist es für uns von enormer Bedeutung, dass unsere Pflegekräfte eben nicht, wie häufig kommuniziert wird, in jedem Fall vorsorglich 14 Tage zu Hause bleiben. Es gilt die Einzelfallbeurteilung."

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