Lahr Das originale Klangbild ist das Ziel

Mitarbeiter der Vleugels-Orgelmanufactur aus Hardheim im Odenwald haben die Reichenbacher Orgel in ihre Einzelteile zerlegt. Foto: Vögele Foto: Lahrer Zeitung

Von Alfons Vögele

Reichenbach. Zum letzten Mal in ihrer alten Fassung ist am Sonntag die Reichenbacher Orgel erklungen. Jetzt wird das aus dem Jahr 1848 stammende Instrument umfassend saniert und restauriert.

Die Orgel war in den vergangenen Jahren immer brüchiger geworden war, da viele Register dem Zahn der Zeit und einer mehrmaligen unsachgemäßen "Verbesserung" zum Opfer gefallen waren. Anfang dieser Woche wurde die komplette Orgel von der Firma Vleugels-Orgelmanufactur aus Hardheim im Odenwald ausgebaut und in ihre Einzelheiten zerlegt. Diese Orgelbaufirma hatte den Zuschlag zur Sanierung erhalten.

Seit 1993 sammelt die Pfarrgemeinde, um die historische Orgel zu sanieren. Der im Jahr 2009 gegründete Orgel- und Bauförderverein hatte sich zum Ziel gesetzt, die marode Orgel aus dem Jahr 1848 wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. Die Veränderungen und unsachgemäßen Eingriffe, die der Orgel von Anfang an nicht gut taten, führten immer mehr zum beklagenswerten Zustand des wertvollen Instrumentes. Mit Aktionen wie Benefizkonzerten der Reichenbacher Vereine oder Einzelpersonen, Patenschaften für Orgelpfeifen, Teilnahme an Märkten oder mit Entenrennen im Gereutertalbach, konnten 50 000 Euro angespart werden. Die Erzdiözese Freiburg beteiligt sich mit 35 000 Euro, und das Landesdenkmalamt sagte einen Zuschuss über 18 870 Euro – eine solide Basis also, um mit der schon so lange ersehnten Arbeit zu beginnen. Die Orgel erhält ihre mechanische Traktur zurück, der Spieltisch wird wieder in die Orgel integriert. Die beiden äußeren Türme der Orgel werden zurückgebaut, sodass die Orgel ihre ursprüngliche Größe erhält. Sie wird auch weiterhin 24 Register mit mehr als 500 Pfeifen umfassen.

Nach wie vor können von den Gläubigen und Orgelliebhabern "Pfeifenpatenschaften" in den Preislagen von 25 bis 1000 Euro übernommen werden. Solche Patenschaften eignen sich auch als Weihnachtspräsente oder Geschenke bei Familienfeiern und anderen Anlässen. Beim Herbstfest und beim Reichenbacher Weihnachtsmarkt können wieder der "Orgelwein" gekauft und Pfeifenpatenschaften erworben werden. In neun Monaten soll die neue "alte" Orgel zum ersten Mal in der Kirche des heiligen Stephanus wieder erklingen.

Die Reichenbacher Orgel des Orgelbaumeisters Konrad Albiez aus dem Jahr 1848 ist die größte noch weitgehend erhaltene Orgel dieses Meisters. Sie wird, wenn die Sanierung abgeschlossen ist, wieder jenes Klangbild vermitteln, das ihr Erbauer speziell für die Pfarrkirche St. Stephanus Reichenbach kreiert hatte.

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