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Lahr Letztes Fastenbrechen in der Friedrichstraße

Das letzte gemeinsame Fasten­brechen der islamischen Gemeinde in der Moschee in der Friedrichstraße Foto: Baublies

Die türkisch-islamische Gemeinde hat am Sonntag zum letzten Fastenbrechen in die Moschee in der Friedrichstraße eingeladen. Künftig werden diese Veranstaltungen während des Ramadans in der neuen Moschee stattfinden.

 

Lahr. Wichtig war am Sonntag die Ge­meinsamkeit in der Mo­schee in der Friedrichstraße. Zum allabendlichen Fas­ten­brechen während des Ramadan hatte der türkisch-islamische Verein in Lahr eingeladen. Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller und viele weitere Gäste nutzten die Gele­genheit zu einem sehr klaren Bekennt­nis.

Mit dem Einbruch der Däm­me­rung, derzeit also gegen 21.30 Uhr, dürfen die Muslime die derzeitige Fastenzeit unter­brechen (siehe Info). Es gab in der Mo­schee am Sonntagabend – also sicher nicht nur wegen der Gäste – ein reichhaltiges Büfett. Bevor es sich die rund 250 Teilnehmer schmecken ließen, dankte Oberbürgermeister Mül­ler für die Einladung und betonte deutlich die großen Ge­meinsamkeiten.

"Wir sind alle Lahrer, die sich hier treffen", sagte er. Also brauche man an einem Abend wie diesem nicht an das derzeitige Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei zu denken. Jeder der Anwesenden ak­zeptiere ja den anderen, wie er ist. Ausdrücklich dankte der Lahrer Verwaltungschef für die regel­mäßig erhaltenen Einladungen zur Veranstaltung des gemeinsamen Fas­tenbrechens, die nun bereits seit etwa 15 Jahren bestehe.

Müller hatte noch eine ande­re klare Botschaft. "Ich freue mich auf das Fastenbrechen in der neuen Moschee in ei­nem Jahr." Dass das Fastenbrechen am Sonntag tat­sächlich die letzte Aktion im Kulturzentrum in der Friedrichstraße ge­wesen sein sollte, bestätigte Ibrahim Kara vom Vorstand des Vereins. Er betonte wie Müller die Gemeinsamkeit, wel­che die Muslime mit der Einladung verbinden.

Jeder Interessierte ist in die Moschee eingeladen

Generell könne aber jeder Interessierte je­den Abend während des Fastenmonats sich eingeladen fühlen und in die Moschee kommen. Es gehe jeden Abend bis zum Ende des Ramadans am nächsten Sonntag darum, gemeinsam das Fasten zu unter­brechen. Das orientalische Büfett bot den Besuchern viele unterschiedliche Leckereien.

Irgendwann wurde es recht eng im Kulturzentrum. In der Presseeinladung hatte Kara im Namen des Vorsitzenden Hasan Babur ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man "aufgrund der geringen Teilnehmerzahl" die Veran­staltung in die Friedrichstraße verlegt habe. In früheren Jahren war das ge­meinsame Fastenbrechen in der Gerold­s­eckerhalle in Reichenbach veranstaltet worden.

Sicher war mit der hohen Zahl der Teilnehmer, von de­nen etwa 50 deutsche Gäste gewesen sind, die Gemeinsamkeit in der Friedrichstraße noch etwas unmittelbarer als in einer Fest­halle der Stadt.

INFO

Das ist Ramadan

Das arabische Wort "Ramadan" bedeutet "heißer Monat": Das ist nach dem islami­schen Kalender der neunte "Mond" im islamischen Jahr. Der Überlieferung nach soll der Koran im Ramadan vom Himmel herabgesandt worden sein. In diesem Jahr dauert der Fastenmonat vom 27. Mai bis zum 24. Juni. In dieser Zeit sollen Muslime – mit klar geregelten Ausnahmen – zwi­schen der Morgendämmerung und dem Einbruch der Dunkelheit weder essen noch trinken. In Lahr sind das derzeit etwa 16 Stunden.

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