Lahr "Das ist eine doppelte Schweinerei"

Unter der Leitung von Günter Endres (stehend) diskutierte der Freundeskreis Flüchtlinge über die Erhöhung der Wohngebühren für Flüchtlinge. Foto: Armbruster

Lahr - Für die Mitglieder des Freundeskreises Flüchtlinge hat das neue Jahr mit Ärger begonnen. Der Grund hierfür ist die Erhöhung der Wohngebühren für Geflüchtete zum 1. Januar. Dies war Thema bei seiner ersten Versammlung im neuen Jahr.

Der Freundeskreis Flüchtlinge hat bei seiner Sitzung am Montag lebhaft diskutiert. Vor allem die Erhöhung der Wohngebühren für Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften zum 1. Januar (wir berichteten) war Grund hierfür.

Freundeskreis will politisch aktiv werden

"Jetzt mach ich es ganz konkret: Leute, die mehr als 917 Euro Netto verdienen, sollen 386 Euro für ihr geteiltes Zimmer zahlen", ärgerte sich Günter Endres, einer der Sprecher des Freundeskreises. Für die Unterkunft am Sägeteich in Offenburg seien dies für zwei Menschen 772 Euro für ein Container-Zimmer von elf Quadratmetern Größe. "Selbst für normalen Wohnraum ist das überteuert".

Dafür müssten die Bewohner Kontrollbesuche der Hausmeister und der Sicherheitskräfte hinnehmen, hätten kein Recht auf eigene Möbel und andere Einschränkungen. "Das ist eine doppelte Schweinerei", verlieh Endres bei dem Treffen seinem Ärger Ausdruck.

Einige der Anwesenden Helfer würden auch die Umstände der Unterkunft in der Geroldsecker Vorstadt kennen: "Und das zu diesen Preisen!" Der Hinweis des Landratsamts, dass Bewohner mit Einkommen sich privat eine Wohnung suchen könnten, stieß bei den Anwesenden auf Unverständnis. Einstimmiger Tenor der Runde war, dass selbst Deutsche lange nach bezahlbarem Wohnraum suchen müssten. Zudem sei die Aussage des Landratsamts, dass nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge betroffen wäre, nicht richtig, so Endres. Laut offiziellen Zahlen müssen 210 von 870 Flüchtlingen im Ortenaukreis die Wohngebühr selbst zahlen. "Ein Viertel der Leute in der Erstunterkunft sind betroffen", stellte der Sprecher des Freundeskreises fest.

In der Diskussion kristallisierten sich mehrere Vorschläge heraus. Bei einer Abstimmung sprach sich eine große Mehrheit der etwa 30 Anwesenden aus, "auf politischer Ebene aktiv zu werden". Dorothee Granderath bot in ihrer Funktion als Kreisrätin der Grünen an, beim Landratsamt wegen der formalen Hintergründe der Erhöhung nachzuhaken. Des weiteren wolle man sich mit der Flüchtlingshilfe Rebland aus Offenburg zusammen tun und Stellungnahmen der Parteien einfordern, so Endres. "Wir schauen, dass wir das auf den Weg bringen."

  • Bewertung
    4