Lahr "Das hat uns sehr viel Geld gekostet"

Trotz zwischenzeitigem Beherbergungsverbot und Stornierungen konnte der Europa-Park, hier das Hotel Kronasar, bereits wieder Neubuchungen verzeichnen. Foto: Europa-Park

Lahr - Das Verwaltungsgericht hat am Donnerstag das Beherbergungsverbot für Baden-Württemberg außer Kraft gesetzt. Hotelbetreiber in Lahr und der Region sind zwar erleichtert, ein Schaden ist aber trotzdem entstanden.

Es war schon unübersichtlich in den vergangenen beiden Woche.

Einige Bundesländer setzten auf das Beherbergungsverbot, dazu zählte auch Baden-Württemberg. Andere wiederum nicht. Seit Donnerstag ist das umstrittene Gesetz zumindest in Baden-Württemberg erstmal vom Tisch. Doch nicht bei jedem in Lahr und der Region kommt deshalb Freude auf.

Ein Überblick.

Europa-Park verzeichnet bereits neue Buchungen:

Da der Park bereits vor dem Verbot "in enger Absprache mit den Behörden und dem Gesundheitsamt ein umfangreiches Sicherheits- und Hygienekonzept" ausgearbeitet hatte, begrüßt er den Gerichtsbeschluss, wie Park-Sprecherin Diana Reichle erklärt. Es habe zwar wenige Stornierungen gegeben, diese konnten aber durch "Neubuchungen gleich wieder aufgefangen" werden.  

Erleichterung beim Hotel- und Gaststättenverband Dehoga:

Über eine Whatsapp-Gruppe hat Andreas Feißt, Vorsitzender der Dehoga Kreisstelle Lahr, am Donnerstag die Information über das gekippte Beherbergungsverbot gesendet bekommen. "Ich bin schon sehr erleichtert", sagt Feißt im Gespräch mit unserer Redaktion. Gerade in letzter Zeit habe es in Lahr und der Region Ortenau doch sehr viele Stornierungen gegeben. Ein Schaden sei bereits jetzt entstanden. Noch viel mehr ärgern ihn aber die nicht einheitlichen Maßnahmen in der Politik.

Dass die Regierung in Berlin am Mittwochabend ursprünglich erklärt hatte, über das umstrittene Verbot erst nach den Herbstferien zu sprechen, davon hält Feißt nichts. Das, prophezeit er, wäre "absolut nicht gut gegangen".  

Hotel am Westend macht viel Verlust:

Einen großen Nutzen vom Gerichtsurteil hat Siegfried Blank, Pächter des Lahrer Hotel am Westend, momentan nicht. Denn schon allein weil das Verbot Thema war, hätten viele Privatpersonen ihre Reisen storniert. "Das hat uns sehr viel Geld gekostet", sagt Blank zähneknirschend. So schnell würde sich an der aktuellen Situation auch nichts ändern. Die Unsicherheit der Menschen wachse, beobachtet er.  

Weitere Restriktionen erwartet das Hotel Adler in Reichenbach:

"Für den Moment ist das gut, aber wir erwarten weitere Einschränkungen", sieht Daniel Fehrenbacher, Inhaber des Adlers in Reichenbach, die Lage ganz nüchtern. Stiegen die Fallzahlen weiter an und überstiegen sie die 10 000er-Marke, werde die Politik die Reißleine ziehen, prophezeit er.

Es sei aber nicht seine Art, sich jetzt darüber auszulassen, vielmehr können er und sein Team sich auf einen möglichen zweiten Lockdown nun gezielter vorbereiten. "So überrascht wie letztes Mal werden wir diesmal nicht mehr erwischt", gibt sich Fehrenbacher kämpferisch.

2782 Anfragen

Das Europäische Vebraucherzentrum (EVZ) in Kehl zählt in diesem Jahr bislang 2782 Anfragen und Beschwerden rund um Restaurant, Hotel und Ferienhaus, berichtet Peter Juhani Koop von der Pressestelle. 2019 waren es 210. In den meisten Fällen ging es um Stornierungen und die Rückerstattung der Kosten.

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