Lahr Das Geschäft läuft wie vor der Krise

Lahr - Seit Anfang Juni trainieren die Lahrer wieder im Fitnessstudio "Jumpers" im Götzmann. Nach zwei Monaten steht fest: Die Abstands- und Hygieneregeln müssen zwar eingehalten werden, ansonsten gibt es für die Mitglieder keine großen Einschränkungen.

Gewöhung an die veränderten Regeln im Fitnessstudio

Der erste Eindruck im Fitnessstudio Jumpers: angenehm leer. Im Hintergrund rauscht ein wenig Musik. Inmitten der vielen Sportgeräte tummeln sich keine Massen, sondern vereinzelt Leute. Einer von ihnen ist Dennis Krieg (17). Im Juni feierte er sein Abitur, jetzt steht er etwa vier Mal die Woche im Fitnessstudio im Götzmann. "Den Frust rauslassen hat gefehlt", gibt der Abiturient zu. Seit das Studio wieder geöffnet hat, trainiert er direkt wieder. Zwar habe er auch zu Hause ersatzweise Übungen machen können, das sei aber etwas anderes, erklärt Dennis.

Merkt er sonst etwas von den Einschränkungen durch Corona? Nicht wirklich, sagt er. Mit der Zeit gewöhne man sich an die veränderten Regeln. Wie etwa das permanente Desinfizieren. Denn nach jeder Übung muss jeder sein Gerät desinfizieren. Doch daran halten sich bei Weitem nicht alle, ärgert sich der 17-Jährige. "Mich nervt’s vor allem deshalb, weil ich ja selbst die Geräte auch desinfiziere."

Flatterband gibt an, welche Geräte wie und wo genutzt werden

Weniger Probleme mit dem Desinfizieren von Sportgeräten hat da Michael Dirksen (17). Zwar räumt auch er ein, dass es immer wieder Leute gibt, die die Geräte nicht reinigen. Ihn ärgert das aber nicht, weil das Desinfektionsmittel auch schon vor der Pandemie eigentlich auf der Tagesordnung stand. Die Pflicht nimmt er in dieser Zeit gerne auf sich. Zumal er sich an die Zeit erinnert, wo die Fitnessstudios noch geschlossen waren. "Da wusste ich nicht, was ich machen soll."

Ähnlich glücklich zeigt sich auch Katrin Evstifeev (18). "Es ist eigentlich perfekt", freut sie sich: Nicht viele Menschen, die Geräte sind verfügbar. Keine Wartezeiten. Das "Gym", wie es die jungen Leute auch gerne nennen, ist für Katrin ein Ort, "an dem man auch mal seine Ruhe hat".

Mundschutz muss meistens getragen werden 

Studio-Leiterin Angelina Schmidt (26) kann diesen Eindruck bestätigen. Bereits, als sie Anfang Juni wieder öffnen durften, hätten sich viele Mitglieder gefreut, endlich wieder trainieren zu können. Im Gespräch mit unserer Zeitung wirkt sie gelassen. Von Existenzängsten bedingt durch Corona keine Spur. Bis auf den Mundschutz. Den muss sie und ihr Team bei Beratungen tragen, wo naher Kundenkontakt nicht verhindert werden kann.

Seit Januar leitet Schmidt das "Jumpers"; mittlerweile hat sie den Eindruck, dass es wieder wie vorher ist. "Wir müssen Abstand halten und desinfizieren", erklärt sie. Alles andere laufe aber wie bisher. Dabei signalisiert gelb-schwarzes Flatterband auf verschiedenen Geräten und auf dem Boden, welche Geräte wo und wie benutzt werden dürfen. Das seien vielleicht zehn Prozent aller Geräte, erklärt Schmidt.

So gelassen, wie sie wirkt, so gelassen spricht sie auch über das aktuelle Geschäft. Ein paar Kunden hätten zwar in der Pandemie gekündigt, aber das seien Ausnahmen. Inzwischen habe sich der Alltag wieder normalisiert. Das merke sie auch daran, dass zu Beginn der Ausnahmesituation die Leute mehr Unsicherheiten gehabt hätten. Da habe es mehr Nachfragen gegeben.

Zwei neue Angestellte für Desinfektion und Beaufsichtigung 

Spurlos ist die Krise an der 26-Jährigen und ihrem Team aber nicht vorbeigegangen. Um den notwendigen Abstands- und Hygienemaßnahmen überhaupt nachzukommen, musste Schmidt gleich zwei neue 450-Euro-Kräfte einstellen. Die sind in erster Linie für die Abstandseinhaltung sowie das Desinfizieren der Sportgeräte zuständig.

Verändert hat sich laut Schmidt auch die Kommunikation zwischen Trainern und Mitglieder. Wegen des Abstands sei gerade bei Einsteigern das Optimieren der Körperhaltung nicht so einfach, erklärt die Leiterin. Hat sie Angst, dass ein zweiter Lockdown für noch größere Schäden sorgt? Nein, zeigt sich die 26-Jährige unbeeindruckt. "Wahrscheinlich würde das dann schwer werden, aber auch das würden wir dann irgendwie schaffen."

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