Lahr Damit die Besucher kein Beet verpassen

Am roten Mantel unschwer zu erkennen: Gästeführerin Annabelle Siefert gibt ihr Wissen über die Blumen weiter. Foto: Heitz Foto: Lahrer Zeitung

Rund 10 000 Chrysan­themen werden bei der Lahrer Blumenschau gezeigt. Vor allem für Gäste von außerhalb ein wenig viel auf einmal. Damit sie kein Beet verpassen und nebenbei auch etwas über die Stadt erfahren, werden Führungen angeboten.

Lahr. 75 Minuten dauert so eine Führung, bei der die Teilnehmer eine Menge erfahren. Die Berichterstatterin hat sich einer Gruppe angeschlossen – auch, um zu sehen, wie Ortsfremde die Stadt entdecken.

Treffpunkt jeder Führung ist der Rathausplatz. Gleich am Anfang werden die Tickets eingesammelt, die es für vier Euro im Bürgerbüro gibt. Unter der Leitung von Annabelle Siefert gehen an diesem Mittwoch 21 Teilnehmer erwartungsfroh los. Siefert ist neben rund 25 anderen Chrysanthemen-Experten seit drei Jahren fester Bestandteil der Blumenschau. Sie ist ausgebildete Gästeführerin und zeigt Touristen unter anderem auch den Schwarzwald und das Elsass. Siefert kennt sich in der Region nicht nur sehr gut aus, sondern kann auch gut mit Menschen umgehen – eine wichtige Eigenschaft. "Sie ist sehr sympathisch", bestätigt Besucherin Verena Knaus aus Fellbach bei Stuttgart.

Zunächst erkundigt sich Siefert nach der Herkunft der Gäste. Einige haben eine weite Anreise hinter sich, kommen beispielsweise aus Frankfurt, Ulm oder Stuttgart. Danach trägt Siefert Fakten zu Lahr und der Chrysanthema vor. "Das diesjährige Motto der Chrysanthema, ›zauberhafte Momente‹, kann von jedem Besucher individuell interpretiert werden und setzt der Fantasie keine Grenzen", schürt sie die Vorfreude.

Bei der Führung werden 19 Stops eingelegt, bei denen Siefert anschaulich erklärt, was dort gerade zu sehen ist. Augen machen die Teilnehmer zum Beispiel beim Blumenwagen des Musikvereins Reichenbach: Eine Raupe, die ein Blatt frisst und sich zu einem schönen Schmetterling entwickelt – dabei wird viel Raum für Interpretationen gelassen.

Siefert lässt kein Detail aus, auch nicht zum Hintergrund der Chrysanthemen, wie sie gezogen werden, wie viele Büsche und Kaskaden in der Innenstadt gezeigt werden – nämlich 22 000 und 1000. Auch die Länge des Chrysanthemenwegs (17 00 Meter) und die Menge der benötigten Blumenerde (230 Kubikmeter) nennt sie. Der letzte Stop ist beim Storchenturm, wo Siefert auf die Geschichte dieses Überbleibsels einer Wasserburg eingeht.

Die Teilnehmer haben viele Fragen, eine Frau will wissen, was mit den Blumen nach der Chrysanthema passiert. Siefert: Sie können gegen eine Spende mitgenommen werden. Hinterher sind alle Teilnehmer vollauf zufrieden. Für Siefert und die Chrysanthema gibt’s viel Lob.

Die Führungen starten dienstagd, mittwochs, donnerstadg und sonntags während der Chrysanthema stets um dieselbe Zeit – um 13.30 Uhr. Und jeden Samstag – um 11.30 und 15.30 Uhr. Jeder kann teilnehmen – natürlich auch Einheimische.

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