Lahr Soziales: Café Löffel macht keine Pause

Sie arbeitet ehrenamtlich im Café Löffel, seit es die Einrichtung gibt: Ursula Piechowiecz hinter der Theke. Foto: Baublies

Lahr - Ein kostenloses Frühstück, günstiges Mittagessen, die Gelegenheit, Wäsche zu waschen, oder einfach Geselligkeit: Das ist für etwa 50 Besucher wichtig, die auf das Angebot im Café Löffel angewiesen sind. Die Einrichtung macht deshalb keine Pause.

Auch in den großen Ferien hat das Café Löffel in der Schützenstraße an drei Tagen in der Woche geöffnet. Am Freitagmorgen sind kurz nach der Öffnung um 9.30 Uhr etwa 30 Besucher gekommen. Zwei ehrenamtliche Mitarbeiter arbeiten hinter der Theke. Im Büro ist heute Martin Schneider anwesend. Der Psychologe und die Sozialarbeiterin Birgit Hügel sind die hauptamtlichen Mitarbeiter im Café Löffel, das die Diakonie in Lahr unterhält.

Der Freitag "ist ein normaler Tag", sagt Schneider. In den großen Ferien kämen nicht mehr Besucher als zu anderen Zeiten. Allerdings hat das Café Löffel derzeit nur montags, mittwochs und freitags geöffnet.

Was das Café Löffel für einige der Besucher auch bedeutet, erklärt Schneider so: "Für einige ist das Café Löffel die Postadresse." Neben Hartz-IV-Empfängern oder älteren Menschen, deren Rente nicht reicht, gibt es auch einige Obdachlose. Es gibt dabei relativ viele Stammkunden, die seit Jahren hier herkommen und auf das Angebot auch angewiesen sind. Schneider spricht hier von "Stammtischen", an denen sich Menschen regelmäßig treffen. Es gibt Besucher, die nur zum Frühstück kommen, andere bevorzugen das Mittagessen. Manche kommen nur an bestimmten Tagen, andere dagegen sind fast jeden Tag im Café Löffel.

Stichwort "Geselligkeit": Ein Schwatz mit Freunden bei einer Tasse Kaffee oder zusammen draußen eine Zigarette rauchen bedeutet einigen viel. Schneider schätzt, dass etwa 50 Prozent der Gäste Stammkunden sind. Dann tauchen auch mal Menschen auf, die auf der "Durchreise" sind. Das Konzept des "niederschwelligen Angebots", das das Café Löffel auszeichnet, geht also auf.

Es gibt auch die Möglichkeit, dass die Hauptamtlichen Hilfestellung geben. Alkohol- und Drogensucht oder Schulden sind dabei die Themen. Gerade die Schuldnerberatung werde immer mehr in Anspruch genommen. Noch eine Zahl hat Schneider parat. Etwa 40 Prozent der Besucher sind Frauen. Daher gibt es, was auf die Initiative von Birgit Hügel zurückgeht, immer mittwochs das Frauenfrühstück. Sie hat auch den Café-Löffel-Chor gegründet. Der ist "erfolgreich". Im vergangenen Oktober traten die Sängerinnen und Sänger in der Stiftskirche auf. Gefeiert wurde der zehnte Geburtstag des Chores.

Beginn im früheren Gasthaus Hirschtännle

Im Café sitzen jetzt an einem Tisch einige Frauen, die sich angeregt auf Russisch unterhalten. Direkt daneben sitzt eine andere Gruppe. Hier tragen die Frauen Kopftücher. An einem anderen Tisch unterhalten sich einige Männer angeregt auf Deutsch. Es gibt aber auch Gruppen, wo Männer und Frauen gemeinsam an einem Tisch sitzen. Ursula Piechowiecz hat zusammen mit einer Kollegin heute Dienst hinter der Theke. Sie arbeitet ehrenamtlich im Café Löffel, seit es die Einrichtung gibt. Daher erinnert sie sich auch an die Zeit, als der Betrieb damals im ehemaligen Gasthaus Hirschtännle am Urteilsplatz angefangen hat. Ein Erinnerung Piechowiecz sagt hier eigentlich alles. "Es gibt Stammkunden, die hierher kommen, seit es das Café Löffel gibt."

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