Lahr Bürgerpreis geht an den Arbeitskreis Römer

Der Lenkungskreis (von links): Thorsten Mietzner, wissenschaftlicher Berater, Detlef Lingner, Zuständig für den archäobotanischen Garten, Berenice Jayme, wissenschaftliche Beraterin, Ulrike Holland, Vorsitzende des Freundeskreises, Klaus-Peter Blawert, Leiter der Arbeitsgruppe Römer, und Ulrike Karl, Geschäftsführerin der Landesgartenschau-Gesellschaft Foto: Breuer

Die Vorbereitung des Arbeitskreises Römeranlage für die Landesgartenschau im kommenden Jahr kommen voran. Unterstützung kommt von der Stiftung "Bürger für Lahr", die die Ehrenamtlichen mit dem Bürgerpreis auszeichnet.

Lahr. Sie sind aktiv, die "Römer", wie sich die Mitglieder des Arbeitskreises mittlerweile selbst nennen. Das wurde beim Zusammentreffen der Untergruppen am Mittwoch im Gemeinderatssaal deutlich.

In einer kurzen Zusammenfassung erläuterte Ulrike Karl, Geschäftsführerin der Landesgartenschaugesellschaft, den aktuellen Stand der Arbeiten auf dem Areal. Demnach ist der Grundausbau des archäobotanischen Gartens fertiggestellt, Bäume und Sträucher sollen bis zum Winter eingepflanzt werden, wobei auch Wildsträucher aus der Streuobstwiese hier eine neue Heimat finden sollen. Die Bauarbeiten für das Streifenhaus sollen in der nächsten Zeit ausgeschrieben werden.

Das Erste, was die Besucher, die durch den Haupteingang kommen, sehen werden, wird das römische Streifenhaus sein. Da dieses während der Landesgartenschau nicht möbliert sein wird, haben die LGS und Thorsten Mietzner eine Idee aus dem Arbeitskreis aufgegriffen und eine Wand geplant, die einerseits einen visuellen Eindruck eines Römerhauses vermitteln, gleichzeitig aber auch die massive, nicht gerade einladend aussehende Hauswand des Streifenhauses verdecken soll. Denn die Streifenhäuser waren Reihenhäuser, was bedeutet, dass die Seitenwände weder Türen noch Fenster oder irgendeine Art von Verputz haben.

Zwei festgelegte Römertage wird es während der Landesgartenschau geben: Am 19. Mai und am 29. September. Dazwischen wird es weitere Aktionstage geben, zu denen sich die Gruppen melden können. "Am besten wöchentlich ein oder zweimal", sagte Stadthistoriker Thorsten Mietzner.

Die Museumspädagogik des Geländes wird in den nächsten Wochen mit einer halben Stelle besetzt werden. "Da werden natürlich auch Angebote gemacht. Wenn der Arbeitskreis aber mit Aktionen kommt, kann sich die Museumspädagogik auch zurückziehen. Da sind wir flexibel.", sagte Mietzner. 26 Wochen lang würden somit die Mitglieder des Arbeitskreises an ein oder zwei Tagen wöchentlich für Programm sorgen.

Die einzelnen Gruppen haben mittlerweile ihre Projekte schon fast bis zur Reife entwickelt. Dennoch können, so Klaus-Peter Blawert, Leiter des Arbeitskreises Römer, noch immer Interessierte dazustoßen.

Der Bürgerpreis wird bei einer Feierstunde am Donnerstag, 19. Oktober, ab 19 Uhr im Pflugsaal verliehen.

INFO

Geplante Projekte

> Während der Römertage wird es verschiedene Aktionen geben. Geplant sind neben Informationstafeln zu unterschiedlichen Themenbereichen auch musikalische Darbietungen, die Herstellung von Salben, Cremes und anderen Dingen aus Kräutern, römisches Essen und Trinken, römische Spiele, "inklusives" Töpfern, Führungen durch das Streifenhaus, eine Modenschau mit Kleidung, wie sie die Bevölkerung damals getragen hat, die von den Hauswirtschaftlichen Schulen und einer Nähgruppe hergestellt werden. Theater, kurze szenische Rollenspiele aus dem Alltagsleben sowie Weben am historisch nachempfundenen Webstuhl. Außerdem sollen sich Besucherinnen von Jugendlichen gewobene Haarbänder in die Haare einarbeiten und sich so eine römische Frisur machen lassen können. Das Scheffel-Gymnasium plant eine Fotowand, die auf dem Schulgelände stehen soll.

> Das Besondere daran: Dargestellt wird eine Familie aus der Zeit um 100 bis 250 nach Christus, deren Gesichter durch die der Besucher gefüllt werden. Die Mitglieder des Freundeskreises legen bei ihren Aktionen Wert auf Authentizität.

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