Lahr Bürgerpreis 2015 geht an den Freundeskreis Flüchtlinge

Lahr (red/mabu). Die Stiftung Bürger für Lahr vergibt den Bürgerpreis 2015 an den Freundeskreis Flüchtlinge für Lahr. Die Übergabe der mit 3000 Euro dotierten Auszeichnung erfolgt bei einer Veranstaltung am 8. Oktober im Saal des "Haus zum Pflug" in der Kaiserstraße 41. Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller wird das Grußwort der Stadt Lahr überbringen.

"Wir wollen mit dieser Auszeichnung das ungemein wertvolle ehrenamtliche Engagement von Bürgern stärken, die Flüchtlingen aus Kriegsgebieten helfen, sich in Lahr zurecht zu finden", erklärt Christof Schalk, Vorsitzender der Stiftung, die den Bürgerpreis seit ihrer Gründung im Jahr 2006 bereits drei Mal verliehen hat. "Bürger aus der Mitte der Gesellschaft helfen in Not geratenen und bedrängten Menschen – das ist die richtige Art, eine Willkommenskultur zu schaffen, die einem reichen Land wie dem unseren gut ansteht," meint er.

Bereits mehr als 40 Lahrer Bürger unterstützen die Gründer der Initiative, die pensionierten Gymnasiallehrer Cosima Lipps und Heimfried Furrer sowie die ehemalige stellvertretende Volkshochschul-leiterin Charlotte Verrel-Bennecke. Sie helfen den Flüchtlingen beim Erlernen der deutschen Sprache, beraten und begleiten sie bei Behördengängen und schaffen Begegnungen mit der Bevölkerung. Sie sammeln Spenden in jeglicher Form, sei es als Geldspende für die Anschaffung von Spielzeug für Kinder, Fahrräder oder Musikinstrumente. Dabei arbeiten sie eng mit den Sozialarbeitern des Landkreises und mit der Diakonie zusammen.

Im Januar hat sich der Freundeskreis im Stiftsschaffneikeller der Öffentlichkeit vorgestellt. Für den Bürgerpreis hatte sich der Freundeskreis speziell für das Projekt "Frei-Räume gemeinsam gestalten" beworben. Dabei sollen Außenanlagen und Spielplätze der Lahrer Flüchtlingsheime gemeinsam mit den Bewohnern so gestaltet werden, dass sie zum Verweilen geeignet sind und zu Orten der Begegnung werden können.

Derzeit leben laut der Mitteilung mehr als 230 Flüchtlinge aus vielen Nationen unter beengten Verhältnissen, so dass Gemeinschaftseinrichtungen immer wichtiger werden. Das Projekt "Frei-Räume" soll einen Impuls für andere Einrichtungen des Kreises geben. "Wir wollen dazu beitragen, dass die Flüchtlinge so früh wie möglich nach ihrer Ankunft in Lahr selbst aktiv werden können", betonen die Aktivisten des Freundeskreises.

"Die Lahrer Bürger knüpfen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement an die Tradition der Integrationsleistung vergangener Zeit an", betont Schalk. "Schon im letzten und vorletzten Jahrhundert wurden immer wieder Menschen aus fernen Ländern in Lahr willkommen geheißen." Aus Gastarbeitern, Vertriebenen und Aussiedlern seien längst Mitbürger geworden.

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