Lahr Blues-Rock wie in alten Zeiten

Mit Feuereifer dabei: die Musiker von "Grand Daddy Dirty" Foto: Haberer Foto: Lahrer Zeitung

"Finest Blues & Rock" lautete bereits in den 1980er-Jahren das Motto von "Daddy Dirty". Die 2011 unter dem Namen "Grand Daddy Dirty" gastierte am Samstagabend wieder einmal im Stiftsschaffneikeller.

Lahr. Die 2011 unter dem Namen "Grand Daddy Dirty" wiedergeborene Truppe scheint unverwüstlich, wenn es darum geht, die Kracher von einst noch einmal aufleben zu lassen. Auch wenn sich Urvater Martin Schreiber mittlerweile endgültig verabschiedet hat: Markus Moser (Bass), Charly Lüftner (Schlagzeug), Siegmar Wonsak (Tasteninstrumente), Bernd Weis (Gitarre) und Frontmann Peter Braun (Gesang) lassen es alle paar Monate kräftig krachen. Im Frühjahr haben sie die "Essbar im Schlachthof" gerockt, am Samstagabend spielten sie auf Einladung des Kulturkreises wieder einmal den Stiftsschaffneikeller, die "gute Stube" vergangener Jahrzehnte.

Die fünf sind mit Feuereifer dabei und rocken, was das Zeug hält. Ihre Auftritte sind für die eingefleischten Fans eine echte Sause, aber auch für die Musiker selbst, die sich zwischendurch kaum sehen.

Moser und Weis greifen in die Saiten, Lüftner gerbt die Felle seiner Schießbude, während Wonsak kräftig die Orgel wummern lässt und dabei mit so manchem Kabinettstück überrascht. Am Mikrofon turnt der Mann mit dem frechen Spitzbart und der kernigen Stimme, der dem Blues ebenso Ausdruck verleiht wie der kraftvollen Rocknummer.

"Grand Daddy Dirty" geht dabei recht schnörkellos ans Werk, die von der Band aufbereiteten Nummern waren selten die ganz großen Hits. Sie spiegeln aber den Geist der 1970er- und 1980er-Jahre, warten mit den erdigen, kraftvollen Riffs auf, die bei einer Rockparty einfach dazugehören. Die Gruppe ist dabei mit viel Spaß bei der Sache, Braun plaudert frei von der Leber weg. Der Funke springt auch dieses Mal bereits bei den ersten Songs über, auf die deutlich mehr als 100 Zuhörer im Keller. Johnny Winter, "Mountain" und "Thin Lizzy" kommen zu Ehren, "Cream" und "The Who". "Waiting For The Bus" und "Jesus Left Chicago" von "ZZ Top" werden fröhlich zu einem Sandwich verarbeitet. Tina Turners "Nutbush City Limits" geht in die Vollen auch wenn hier die typische Röhre der Rock- und Soulkönigin fehlt.

Ganz am Ende der Show überrascht die Band mit einem Ausflug zum Glitterrock, serviert "Can The Can" von Suzi Quatro und "Hell Raiser" von "The Sweet".

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