Lahr Zeit-Areal: Bis zu 70 neue Wohnungen geplant

Die Grafik zeigt, wie ein 11 000 Quadratmeter großer Bereich des Zeit-Areals nach den Vorstellungen des Architekturbüros Wilhelm entwickelt werden soll. Unter anderem sollen die historischen Gebäude baulich miteinander verbunden und ein attraktiver Innenhof geschaffen werden. Foto: Büro Wilhelm

Lahr - Auf dem früheren Roth-Händle-Areal stehen noch mehrere historische Gebäude leer. Das soll sich ändern, die Firma Wilhelm aus Achern will die aus der Kaiserzeit stammenden Sandsteinhäuser sanieren und moderne Wohnungen sowie Büros darin bauen.

Die mächtigen Gebäude auf dem mehr als 30.000 Quadratmeter großen Gelände wurden Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und zunächst als Infanteriekaserne genutzt. Ab 1919 stellte Roth-Händle dort Tabakprodukte her. 2007 kam das Aus für die Zigaretten-Produktion auf dem Gelände oberhalb der Lahrer Innenstadt, das mittlerweile von der Areal Industriehof GmbH unter dem Namen Zeit-Areal entwickelt wird.

Mit der Konversion begann Investor Eckehard Ficht 2010, seither haben sich auf dem früheren Industrieareal mehr als 20 Betriebe angesiedelt. Doch mehrere Gebäude warten noch auf eine neue Nutzung – dafür hat Ficht die Firma Wilhelm Architektur aus Achern ins Boot geholt. Das Familienunternehmen hat ein 11.000 Quadratmeter großes Gelände im nordwestlichen Bereich des Zeit-Areals erworben, das zwischen der Werderstraße und der Straße Industriehof liegt.

Bei der Frage nach der Investitionssumme hält Franz Wilhelm sich bedeckt, betont aber, dass man bei der Sanierung behutsam vorgehen werde. "Das Areal wird so bleiben, wie es ist", versichert der Gründer des Unternehmens, das seit fast 37 Jahren Häuser entwickelt, plant und baut. Es sei vorgesehen, Gebäude, die bis jetzt für sich allein stehen, baulich zu verbinden, sodass daraus ein ansprechendes Ensemble wird. 60 bis 70 Wohnungen sollen entstehen, auch Büros sind geplant. Die Räume werden einen hohen Standard haben, verspricht Wilhelm. Man denke auch an ein betreutes Wohnen und eine Tagespflege, doch die Pläne dafür seien erst in der Anfangsphase.

In einigen Gebäuden sind bereits Gewerbebetriebe untergebracht. Für sie soll sich grundsätzlich nichts ändern, sieht man davon ab, dass sie eventuell neue, energetische Heizungen erhalten, so Christian Wilhelm, im Familienbetrieb zuständig für die Projektentwicklung. ­

Die aus der Kaiserzeit stammenden Sandsteingebäude und die alten Bäume auf dem Areal stehen unter Denkmalschutz. Einfach dort loslegen – das ist für eine Baufirma nicht möglich. Zunächst will die Stadt herausfinden, wie hoch der Sanierungsbedarf ist. "Da seit der Nutzung als Tabakmanufaktur an dem Objekt kaum Veränderungen vorgenommen wurden, ist davon auszugehen, dass bauliche und funktionale Missstände vorliegen", heißt es in der Vorlage für den Technischen Ausschuss, der sich damit am Mittwoch, 20. März, beschäftigen wird. In der Sitzung, die um 19.30 Uhr im Rathaus 2 beginnt, soll die "vorbereitende Untersuchung" für das Gebiet beschlossen werden. In der Vorlage werden auch die Ziele der Maßnahme formuliert. Demnach geht es unter anderem darum, den historischen Charakter der Gebäude zu erhalten und sie gleichzeitig zu modernisieren, Baulücken zu schließen, die Außen- und Grünanlagen aufzuwerten sowie öffentlich nutzbare Plätze für Mehrgenerationen zu schaffen.

Ziele, die sich mit den Plänen des Baudienstleisters Wilhelm decken, der noch in diesem Herbst mit dem Sanieren beginnen will.

  • Bewertung
    2