Lahr Birk bebaut das Akad-Areal

Lahr - Überraschende Wendung auf dem Akad-Areal am Hohbergweg: Der bisherige Investor Imolar steigt dort aus und hat Fläche an die Deutsche Bauwert AG von Uwe Birk verkauft. Dieser plant nun dort fünf neue Mehrfamilienhäuser mit bis zu 80 Wohnungen.

Akad-Areal: Fünf neue Häuser und zahlreiche Wohnungen geplant 

Fast 500 Wohneinheiten hat Baulöwe Birk in Lahr schon verwirklicht, Hunderte weitere sind in Bau oder geplant und nun kommen bis zu 80 Wohnungen hinzu: Der Unternehmer aus Baden-Baden hat sich das Filetstück am Hohbergsee gesichert, auf dem zuletzt die Akad-Fernhochschule zu Hause war und das der Imolar GmbH gehört. Diese hatte 2015 die Riesenwiese rund um das frühere Offizierskasino der Kanadier von der Stadt gekauft und dort sechs Wohngebäude geplant. Der Gemeinderat hatte der Bebauung grünes Licht gegeben, trotz Bedenken von Kommunalpolitikern.

Warum die neue Lage?

Das Imolar GmbH von Kiet Ha hat ihren Sitz in den Räumen des einstigen Offizierskasinos. Sie hatte die beiden Gebäude und das etwa 21 000 Quadratmeter große Grundstück für einen ungenannten Millionenbetrag von der Stadt erworben. Zunächst war die Idee, das Kasino abzureißen und alles neu zu bebauen, mit Stadtvillen. Dann kam die Variante, das Kasino stehen zu lassen und sechs Häuser mit 59 Wohnungen zu bauen. Dafür gab es im Gemeinderat Zustimmung. Doch das Projekt ruhte. Weshalb, war zunächst nicht zu erfahren. LZ-Anfragen bei Besitzer Kiet Ha blieben unbeantwortet. Möglicherweise war ein solches Millionenvorhaben eine Nummer zu groß für ihn.

Weshalb steigt die Deutsche Bauwert ein?

"Lahr entwickelt sich sehr gut. Als Wirtschaftsstandort benötigt die Stadt auch neuen Wohnraum. Wir sehen hier Potenzial", erklärt Bauwert-Chef Birk. Das Areal biete den Vorteil, schon einen gültigen Bebauungsplan zu haben. "Das macht vieles leichter und schneller", sagt Birk. Wie viel er Kiet Ha für die 8700-Quadratmeter-Fläche bezahlt hat, verrät Birk nicht. Es steht zu vermuten, dass es mehr war, als der Lahrer 2015 der Stadt berappt hatte, denn die Baulandpreise sind seither gestiegen.

Was hat Birk vor?

Bis zu 80 Wohnungen mit zwei, drei und vier Zimmern sollen entstehen. Vor allem die kleineren seien sehr gefragt. Die Gebäude sollen drei bis vier Stockwerke haben. Zum Wald hin sollen die höheren Häuser entstehen.

Was investiert Birk?

Genau verrät er das nicht. Aber die 80 Wohnungen hätten einen Verkaufspreis von 25 bis 30 Millionen Euro. Geplant ist auch eine große Tiefgarage unter der heutigen Wiese.

Was kosten die neuen Wohnungen?

Birk rechnet mit Quadratmeterpreisen von 4000 Euro. Das ist für Lahr aktuell nicht gerade wenig, doch der Ansturm auf Immobilien halte ungebremst an, eine Corona-Preisdelle sei nicht in Sicht.

Wann ist Baustart?

Schon im Frühjahr 2020. Es gebe Gespräche mit der Stadt und der Bauantrag soll in den nächsten Tagen bei der Stadt eintreffen. Etwa zwei Jahre später, also 2022, könnten die Häuser bezugsfertig sein, hofft der Investor.

Und die Lahrer Sozialwohnungsquote?

Will Birk einhalten. Jede fünfte Wohnung, 20 Prozent, sollen geförderter Wohnungsbau sein, wie es die Satzung des Lahrer Baurechts seit einiger Zeit vorschreibt.

Was passiert mit den beiden Kasino-Gebäuden?

Laut Birk verbleiben sie bei Kiet Ha von der Imolar GmbH. Sie sind saniert und an verschiedene Lahrer Unternehmen vermietet.

Was war die frühere Kritik an den Bauplänen am Hohbergweg?

"Hier wird Schritt für Schritt die Natur kaputtgemacht", monierten die Grünen mit Blick darauf, dass vor Jahren das benachbarte Areal Hohbergsee teilweise bebaut wurde. Der Park auf dem Akad-Gelände werde schlicht zerstört.

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