Lahr Bildung: Zwei Lahrer Schulen wollen Zusammenschluss 2020

Bilden die Otto-Hahn-Realschule (oben) und die Theodor-Heuss-Werkrealschule bald eine Verbundschule? Das Schulamt und die beiden Einrichtungen würden das begrüßen. Foto: Baublies

Lahr - Die Otto-Hahn-Realschule und die Theodor-Heuss-Werkrealschule im Lahrer Westen sollen im Schuljahr 2020/21 eine Verbundschule werden. Der Sozialausschuss hat diese Idee am Mittwoch das erste Mal beraten. Die Schulen sind dafür.

Ingrid Furrer, Konrektorin der Werkrealschule und Marco Baumelt, Konrektor der Realschule, stellten dem Ausschuss das pädagogische Konzept, bei dem mehrere Schularten unter einem Dach gebündelt werden, samt den Vorteilen ausführlich vor.

Da die Schulen ein Stück von einander entfernt sind und es auch in einem Verbund bleiben würden, sollen die Klassen fünf bis acht auf den Standort der Werkrealschule in der Dinglinger Hauptstraße konzentriert werden. Hier solle es auch das offene Angebot der Ganztagsschule geben. Bei der anschließenden Diskussion erklärten Furrer und Baumelt, dass man hier ausdrücklich eine offene Ganztagsschule bevorzuge. So hätten Eltern die Möglichkeit, das Angebot anzunehmen, wenn es Bedarf geben würde.

Die Klassen neun und zehn sollen im Gebäude der derzeitigen Realschule in der Otto-Hahn-Straße unterrichtet werden. Ein Grund für diese Aufteilung ist, dass notwendige Fachräume in der Realschule bereits vorhanden wären. Hier erklärten beide Pädagogen, dass man eine Gesamtschule, die einen Hauptschul-, Werkrealschul- und Realschulabschluss sowie das Abitur derzeit nicht als sinnvoll erachte. Ungeachtet, dass das Scheffelgymnasium unmittelbar neben dem Standort der Realschule liegt, sei eine Verbundschule geplant. Diese sollte ein grundlegendes Niveau (Hauptschulabschluss) und das mittlere Niveau (Mittlere Reife) anbieten. Ein neues Ganztagskonzept solle für die neue Verbundschule entwickelt werden.

Verbundschule ist das Ergebnis der Anmeldezahlen

Die Vorteile der Verbundschule seien, dass alle Schüler eine Schule besuchen. Die Stigmatisierung, wie es bei einer Hauptschule der Fall sei, falle dadurch weg. Zudem wäre eine individuelle Förderung der Schüler je nach Niveau an einer Verbundschule durchlässiger. Schüler, die den Anschluss verpassen oder aufsteigen können, wechselten eben nicht die Schule.

Die Verbundschule ist auch eine Reaktion auf die Anmeldezahlen, wie Furrer und Baumelt anhand der Zahlen der Fünftklässler feststellten: Im Schuljahr 2017/2018 seien an der Realschule 112 Schüler angemeldet worden, von denen 52 Prozent eigentlich eine Empfehlung für die Werkrealschule hatten. "Eine Beratung bleibt in der Regel ohne Erfolg." Dafür würden Schüler, die mit dem Stoff überfordert – oder auch unterfordert – seien, Verhaltensauffälligkeiten zeigen oder einfach den Spaß am Unterricht verlieren. Eine Verbundschule sei da die richtige Antwort, führten die Pädagogen aus.

Der Sozialausschuss nahm nach einer kurzen intensiven Diskussion diese Pläne ohne einen Beschluss zur Kenntnis. Zumindest in der öffentlichen Sitzung wurde nichts zu den Kosten der geplanten Verbundschule gesagt.

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