Lahr "Bewegung tut immer gut"

Der 36 Jahre alte Zehnkämpfer Matthias Laube vom TV Lahr ist Welt- und Europameister in der Altersklasse M35.Foto: privat Foto: Lahrer Zeitung

Matthias Laube kennt sich mit Sport aus. Als Zehnkämpfer geht er bei Wettkämpfen in vielen Disziplinen an den Start, zudem ist der 36-Jährige vom TV Lahr Sportlehrer an der Lahrer Otto-Hahn-Realschule und Trainer der TVL-Leichtathleten. Dass er es auch als Sportler drauf hat, zeigte Laube in den vergangenen zwei Jahren, als er Welt- und Europameister der Zehnkämpfer in der Altersklasse M35 wurde. Im Interview erzählt der Mehrkämpfer wie sein Training in der Corona-Krise aussieht und gibt Tipps, wie sich jeder einzelne in dieser Situation fit halten kann.

Herr Laube, als Zehnkämpfer haben Sie viele Disziplinen zu trainieren. Geht das derzeit überhaupt?

Nicht wirklich. Als Leichtathlet versucht man eigentlich in der Wintervorbereitung die Grundlagen zu setzen und freut sich dann, wenn man im Frühjahr bei Sonne trainieren kann. Eigentlich müssten wir ab jetzt vorrangig technische Dinge in den einzelnen Disziplinen trainieren.

Ist das zur Zeit möglich?

Nein. Die Sportanlage ist geschlossen. Wir sind daher in den Modus übergegangen, dass wir uns einfach fit halten, weil es uns ja auch Spaß macht.

Wie sieht es denn mit der Saison aus?

Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass es im nächsten halben Jahr Wettkämpfe geben wird. Der Verband hat zunächst einmal bis zum Sommer alles abgesagt. Aber auch danach wird es schwer, wir konnten ja gar nicht die einzelnen Disziplinen trainieren.

Wie sieht ihr Training aus?

Wir haben jetzt wieder einen Schritt zurück ins Grundlagentraining gemacht. Zusammen mit meinem Vater Steffen Laube bin ich ja auch Trainer der Gruppe.

Das heißt, jetzt trainiert erst mal jeder für sich?

Ja, man tauscht sich dann über digitale Kanäle aus. Wir versuchen, ein ähnliches Training zu verschiedenen Zeiten zu machen.

Was steht dann so auf dem Plan?

Verschiedenes. Mal ein Lauf für die Grundlagenausdauer, mal ein Fahrtspiel, bei dem man eine Minute schnell und dann eine Minute langsam läuft. Dazu machen wir dann auch viel Kräftigungs- und Stabi-Übungen, also Liegestützen, Sit-ups oder Dips.

Könnte solche Übungen auch ein Hobbysportler, der sich einfach etwas fit halten will, machen?

Ja, klar. Solche Dinge gehen auch im Breitensportbereich sehr gut. Insgesamt denke ich, dass jede Art der Bewegung besser ist, als nichts zu tun. Natürlich empfehle ich auch meinen Schülern in dieser Zeit das Sporttreiben.

Welche Übungen empfehlen Sie Breitensportlern?

I ch finde, die Abwechslung macht‘s. Ich bin ja nicht umsonst Mehrkämpfer (lacht). Zum Beispiel kann man immer im Wechsel 30 Sekunden Seilspringen und eine Kraftübung machen. Da reichen zehn Minuten, um sich richtig auszupowern. Aber im Endeffekt tut auch schon ein langer Spaziergang oder eine Radtour sehr gut. Ich finde, am Wichtigsten ist, dass man draußen ist – natürlich mit genügend Abstand zu den Mitmenschen. Draußen kann man viel fürs eigene Wohlbefinden tun.

Und ein letzter Tipp für alle, die Sport machen wollen?

Wichtig sind auch Dehnübungen. Gerade wenn man bei der Arbeit viel sitzt, dankt einem das der Körper.   Fragen von Felix Gieger

Auch in Zeiten von Home-Office und Kontaktbeschränkung kann man Sport machen, sagt Matthias Laube. Doch nicht jedem fällt das leicht. Als kleine Orientierungshilfe hat daher Steffen Laube, Vater von Matthias und ebenfalls Leichtathletiktrainer beim TV Lahr, ein Work-out für Jedermann zusammengestellt. Dieses kann in den eigenen vier Wänden oder im heimischen Garten absolviert werden und besteht aus sechs Übungen, für die es keinerlei Hilfsmittel braucht. Dieses Programm stellen wir Ihnen in Text und Bild in der Samstagsausgabe der LZ vor.

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